Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
461
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Vor diesem. 461

Codex. Ja, nach meiner Uhr. Sie denken etwa, ich habe keine,weil ich kein ellenlanges Zeiche» für die Beutelschneider heraushänge»lasse? (er zieht sie heraus) Da! Sehen Sie selber nach; sehen Sieselber nach.

Charitas. Kann ihre Uhr nicht unrichtig gehn?Codex. Nein, sie geht niemals unrichtig.Charitas. Run wohl, ich sehe; und sehe, daß eS nach ihrer Uhrfünf und fünfzig Minuten auf neune ist.Codex. Was?Charitas. Sehen Sie nur.

Codex, (steht) Das kaun nicht seyn.--Sie werde» wohl

machen, daß ich noch meine Brille hervorsuchcn muß. (er setzt ste aufund besteht die Uhr.)

Charitas. Was sagen Sie nun?

Codex. Meine Uhr geht unrecht. Genug, es hat zehne geschla-gen; ich habe gezehlt.

Charitas. Von wem haben Sie ihre Uhr?

Codex. Ich mag sie haben, von wem ich will; eS ist eine guteenglische Uhr.

Charitas. Wenn Sie sie für eine englische gekauft haben, so sindSie sehr betrogen worden.

Codex. Betrogen? Wie so?

Charitas. Eine Uhr, die so falsch geht--

Codex. Falsch? Es ist eine von den allcrrichtigsten Uhren.

Charitas. Wenn sie richtig wäre, so würde sie nicht um mehrals eine Stunde zu spät gehen.

Codex. Sie geht nie zu spät.

Charitas. Sie zeigt aber auf neune, und es hat schon zehnegeschlagen.

Codex. Meine Uhr geht untrieglich.

Charitas. Ganz gewiß untrieglich? Also, wie ich gesagt habe,ist es noch nicht neune.

Codex. Sie sind sehr naseweis, Mamsell. Kurz, meine Uhrgeht richtig, und es hat zehne geschlagen.--Wollen Sie sich an-ziehen, Herr Wilibald, oder soll ich wieder gehen?

N?ilibald. Erzürnen Sie sich nur nicht, Herr Coder. Ja, ichgehe, ich will mich gleich anziehen, (er geht)