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atmen mehrere Aufsätze, so die von Savigny über die Städteordnungvon 1831 und über „Wesen und Wert der deutschen Universitäten",vor allem aber der schöne Anssatz über Scharnhorst, den Rankeaus dem Nachlasse des Generals von Clausewitz brachte, den Geistder großen Reformzeit. Ranke und seine Freunde konnten nichtverbergen, daß sie doch der neuen Zeit und ihren Anschauungenangehörten. In diesem Geiste forderte Ranke auch statt der be-stehenden Censur ein Gesetz über die Presse „mild und frei-sinnig, das der Nation nicht den Argwohn beibrächte, als wolleman geistigen Druck über sie verhängen". Die .Konservativen vonder Richtung dieser Zeitschrist standen also in diesem Punkte, derdamals alle anderen an praktischer Bedeutung übertraf, den Liberalenvom Schlage Dahlmanns und auch Rotteck und Welcker nicht fern.Die Artikel des Staatslexikons über Censur und Preßsreiheit sindso gehalten, daß auch Ranke sie hätte, wenn nicht ganz, so dochgroßenteils billigen mögen.
Rankes Zeitschrift genügte deshalb den Kreisen des Hofes unddes Adels nicht; weit größeren Beifall fand bei ihnen die Zeitschrist,die im Oktober 1831 unter dem Namen Politisches Wochen-blatt und mit dem Motto Nous us voulons xas 1s oontrsrsvo-lution, inais 1s contr-ure 6s la i-svolatioo. in Berlin ins Lebentrat. Das Motto ist aus de Maistre genommen, und Karl ErnstJarcke , ein Schüler de Maistres, übernahm die Leitung uudbestimmte ihren Geist, auch noch, nachdem er nach Wien gegangenwar. Jarcke war 1801 in Danzig geboren, trat 1824 in Köln zur römischen Kirche über, wurde 1825 an die Berliner Universitätberufen und trat 1832 in Metternichs Dienste an Stelle des ver-storbenen Gentz.
Beim Ausbruch des Kölner Kirchenstreites ergriff Jarcke gegendie preußische Regierung Partei und begründete zusammen mit demverbitterten Görres, der damals im Athanasius zum Kampf gegeuden preußischen Staat aufrief, die „Historisch-Politischen Blätter",das führende Organ des Ultramontanismus.
Das war eine bittere Kritik und eine verdiente Strafe für diepreußische Regierung, die in diesem Jarcke eine Stütze gesucht hatte.Denn im Grunde hatte das Politische Wochenblatt schon die gleiche