Aufsatz 
Abstrakter Aufbau der Idealtheorie in algebraischen Zahl- und Funktionenkörpern
Seite
43
Einzelbild herunterladen
 

Abstrakter Aufbau der Idealtheorie.

43

§5.

Primideale und Primärideale.

Es sei wieder ein kommutativer Ring, für den kein weiteresAxiom auch nicht Existenz des Einheitselementes vorausgesetztwerde. Es sollen die Grundtatsachen über Primideale und Primäridealezusammengestellt werden 22 ).

1. Ein Ideal p aus heißt schwaches Primideal, wenn der Rest-klassenring|p ein Ring ohne Nullteiler ist; wenn also aus a^0(;p)und ö^O(^) stets folgt a6^0(p). Ein Ideal p* aus heißt starkesPrimideal, wenn der Restklassenring 91 | p * ein Ring ohne Nullteilen'deaieist; wenn also aus a^0(p*) und 6^0 (p*) stets folgt a £>^0 ()}*).Jedes starke Primideal ist zugleich schwaches Primideal, wie die Spezia-lisierung von a, b zu Hauptidealen zeigt. Umgekehrt ist auch jedesschwache Primideal zugleich starkes Primideal', man kann also von Prim-idealen schlechthin sprechen. Denn sei p schwaches Primideal; sei a^0(p)und b^0(p); seien weiter a und b Elemente aus a und h, so daßa^EO(p) und b^0(p). Dann kommt und damit ctb^O(p);also ist p auch starkes Primideal.

2. Ein Ideal q aus heißt schwaches Primärideal, wenn im Rest-klassenring 91 |q eine Potenz jedes Nullteilers verschwindet; wenn alsoaus a^0(q) und 6"^s0(q) für jedes x stets folgt a&^0(q). DasSystem p aller Elemente aus, die Nullteiler aus 5R|q werden, bildetein Ideal, und zwar ein Primideal, das Teiler von q wird, das zugehörigePrimideal. Denn neben a wird auch ra Nullteiler, neben a und b aucha 6; letzteres damit a"~ und b'' stets (a 6)* +; " durch q teilbar .wird.Ist ferner a kein Nullteiler, so wird nach Definition auch keine Potenzvon a Nullteiler; aus a^0(p) und folgt also a " b" = ()*^0(q)und damit^0(p).

Ein Ideal q* aus heißt starkes Primärideal, wenn im Restklassen-ring 9t |q* eine Potenz jedes Nullteiler¿deaZs verschwindet; wenn also ausa^0(q*) und b K ^0(q*) für jedes x stets folgt ab^0(q*). Wiebei schwachen Primäridealen zeigt man: Der größte gemeinsame Teileraller Idale aus 91, die Nullteilerideale aus 91 Jq* werden, bildet ein Prim-ideal, das Teiler von q* wird, das zugehörige Primideal. Umgekehrt sagtman von allen Primäridealen, die dasselbe zugehörige Primideal p be-sitzen, sie gehören zu \)

) In Idealtheorie, § 4, ist Axiom I des Teilerkettensatzes vorausgesetzt, und estritt deshalb nicht scharf hervor, welche Eigenschaften der Prim- und Primäridealevon diesem Axiom unabhängig sind.