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D. van Dantzig.
Bis heute sind nur Daten bezüglich der Extremalmessungen, alsoS und co, veröffentlicht worden. Daraus allein lassen sich selbstverständ-lich die q a und r a ß nicht bestimmen. Insbesondere fallen die beiden Vor-aussetzungen q a — 0 oder r a ß = 0 in den Bereich des Möglichen. Die ersteHypothese, die aussagt, daß die Lichtausbreitung in gleichförmigen Ellip-soiden stattfindet 32 ), deren Mittelpunkte in einem relativ zur Lichtquelleruhenden räumlichen Punkte zusammenfallen, gibt, wenn die Koordinaten-achsen in die Richtungen der Hauptachsen der von der Horizontalebeneabgeschnittenen Ellipse (Längen bzw. Z-f-iü 2 ) gelegt werden:
Z> = i(a + 6)(Ä 1 -Äj.
Die zweite Voraussetzung hingegen, die aussagt, daß die LichtwellenKugelflächen mit gleichförmig zur Quelle bewegtem Mittelpunkte durch-laufen und also mit der klassischen Ätherhypothese identisch ist, gibt, wennq 1 — q 2 = 0 gesetzt wird, die Bewegungsrichtung also zur a; 1 -Achse parallelgewählt wird,
D = 0+ b)q¡.
Dabei entscheidet die klassische Äthertheorie über den obengenanntenProportionalitätsfaktor in dem Sinne, daß c 2 .= (1 — q^ltf ) gesetztwird, wo c 0 die Lichtgeschwindigkeit „relativ zum Äther" ist. Vorläufighaben wir aber noch durchaus keine Veranlassung, anzunehmen — wieMiller tut, indem er sich auf den Standpunkt der klassischen Theoriestellt — daß die q a von der Ordnung 10 die r aß dagegen von derOrdnung 10~ 12 oder noch kleiner seien, was zur Begründung der Äther-hypothese notwendig wäre.
§4.
Die Ätherfrage. .
Nehmen wir jetzt an, die Koeffizienten der quadratischen Form seienbestimmt, ohne vorauszusetzen, daß irgendeine kleiner wäre als notwendigist — die q a und die r a p seien also von der Ordnung 10 ~ 4 bzw. 10~~ 8 —,dann können wir jedenfalls sagen, daß bei sichergestelltem Miller-Efiekteder Gültigkeitsbereich der Maxwellschen Gleichungen mit Bezug auf einstarres Koordinatensystem nicht über die Grenze 10 -s hinausragen würde.
22 ) Schon 1923 hat N. von Raschevsky in einer sehr lesenswerten Abhandlung,die dem Verf. erst nach Abschluß der vorliegenden Schrift bekannt wurde, die Mög-lichkeit einer Lichtausbreitung in konzentrischen Ellipsoiden erwähnt ( „ KritischeUntersuchungen zu den physikalischen Grundlagen der R.-T.", Zeitschr. f. Phys. 14(1923), S. 107—149). R. benutzt aber nur Rotationsellipsoide und führt sie in anderemZusammenhange und zu einem anderen Zweck ein als hier geschehen ist.