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erhalten deshalb für die Zeitdifferenz zweier Lichtstrahlen, die in entgegen-gesetzten Richtungen eine geschlossene Kurve K durchlaufen,
2 if = £ $ q ' edye = ^ 9ßdxe '
K 00 K K
Das ist aber genau derselbe Wert, den Michelson gefunden hat. So wiemit diesem ist unsere Erklärung des Miller-Effektes mit jedem Experi-mente erster Ordnung (10 ') bis auf Größen von der Ordnung 10 1 "in Übereinstimmung.
Anläßlich der Erörterung über den Miller-Effekt möge hier noch aufeinen schon von Anfang 1924 datierenden Versuch Herrn N. v. Raschevkys 36 ),sich mit diesem Effekte auseinanderzusetzen, hingewiesen werden. Diedort gemachte Bemerkung, der Michelson-Versuch könne in der allgemeinenR.-T. wegen der Krümmung der Lichtstrahlen nur annähernd negativ aus-fallen, ist zwar prinzipiell richtig, kann aber (wie Herr v. Raschevskyjetzt selbst zugibt) dennoch nicht zur Erklärung des Effektes dienen, weileine merkliche Änderung der Gravitationspotentiale innerhalb eines Ge-bietes, das in der Zeit einige Minuten, im Räume einige Meter umfaßt,zu groben anderen Effekten Anlaß geben müßte. Im Prinzip ist abermanche Bemerkung der vorliegenden, unabhängig davon entstandenen Ab-handlung schon bei Herrn v. Raschevsky vorweggenommen.
§ 9.
Schlußbemerkungen.
Wir wollen uns durchaus nicht verhehlen, daß die hier gegebene Er-klärung des Miller-Effektes als eine Überlegung ad hoc angesehen werdenmuß. Die weitaus einfachste Erklärung, die man überhaupt von den Be-obachtungen Millers geben kann, ist unbedingt diejenige, die sie für fehler-haft erklärt.
Es ist die Aufgabe der Physik, die wahrgenommenen 'physikalischenErscheinungen soviel wie möglich zu ordnen, Regelmäßigkeiten in ihnenzu erkennen und sie in möglichst wenig Urteilen (Gesetzen) zusammen-zufassen. Diese sind, streng genommenrein historische Urteile, aber sieermöglichen es, unsere Erwartungen betreffs späterer Erscheinungen aufsie zu stützen und mit einem starken Gefühl von Sicherheit in den Natur-ablauf einzugreifen, einem Gefühl, das uns, wie die Praxis zeigt, nicht allzuoft betrügt 37 ). Eine beliebig vorgegebene endliche Menge von Erschei-
S6 ) „Bemerkung über das positive Ergebnis des Michelsonschen Versuches unddie Relativitätstheorie", Zeitschr. f. Phys. 22 (1924), S. 401.
37 ) Vgl. hierzu: L. E. J. Brouwer, „Over de Grondslagen der Wiskunde" (Amster-dam-Leipzig, Maas en Van Suehtelen 1907), S. 81 fí.