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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
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Erster Teil. Die Finanzen Rußlands und Japans vor dein Kriegsausbruch.

Phon, cms dem Münzlvesen, aus staatlichen Domänen und Fabrikenund ans der russischen Reichsbauk. Die M Millionen NnbelAblösungszahlungen setzen sich zusammen aus deu Annuitäten, welchedie Domanicilbauern für die Ablösung der Pachtstener (Obrok) zuzahlen haben, ferner aus den Jnhreszahlungen der Gutsbauern znrVerzinsung und Tilgung der vom Staat gelegentlich der Bauern-befreiung znr Befriedigung der Gutsherren aufgenommenenAblösnngsschnld, Die 76 Millionen Ersatz von Ausgaben sind Rück-zahlungen auf Darlehen, die der Staat an Eisenbahngesellschaften, aulokale Korporationen und fremde Staaten gewährt hat. Der Betragder direkten Stenern ist gering; von den indirekten Stenern kommtder größte Teil auf die Zölle.

Was die Ausgaben anlangt, fo ist zunächst bemerkenswert, daßnur Ausgaben für produktive Verkehrslmternehmungen auf das even-tuell durch die Aufnahme von Anleihen zu deckende Extraordinariuniüberwiesen sind, während alle übrigen Ausgaben, auch die gesamtenAusgaben für Heer und Flotte, ans dem Ordinarium steheu und nachdem Voranschlag ihre volle Deckung durch die ordentlichen Einnahmenfinden. Die Ausgaben für Armee und Marine sind sehr beträchtlich;in Mark umgerechnet stellen sie sich sür das Heer auf 779 MillionenMark, gegenüber einer Ausgabe des Deutschen Reichs von 646 Millio-nen Mark für denselben Zweck, für die Marine auf 245Millionen Mark, gegen 21L Millionen Mark beim Deutschen Reich.Die Ausgaben für Nüstungszwecke machen insgesamt nahezu einViertel der sämtlichen ordentlichen Ausgaben aus. Ein weiteresViertel kommt ans die Nerkehrsunternehmnngen, von denen ein nichtunerheblicher Teil noch Betriebszuschnsse nötig hat. Nahezu einSechstel der Ausgaben kommt ans die Verzinsung nnd Amortisationder Staatsschuld. Unter die sehr erheblichen Ausgaben des Finanz-ministeriums salleu uebeu den Ausgaben der eigentlichen Finanzver-waltung namentlich die Beamtenpensionen, die Unkosten des staat-lichen Branutweinverkaufs und die Garantiezuschüsse an Eisenbahn-gesellschaften. Sehr spärlich bedacht sind die Ausgaben für Kultur-bednrfnisse.

Die russische Staatsschuld, dereu Dienst einen so erheblichen Teilder Ausgaben ausmacht, bezifferte sich zu Beginn des Jahres 1M4ans 6K3l> Millionen Nnbel ^ 14^ Milliarden Mark. Sie war mit-