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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
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I. Die russischen Finanzen vor dem Kriege. js>

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Soweit die Überschüsse zur Deckung außerordentlicher Ausgabenverwendet wurden, halfen sie die Aufnahme neuer Anleihen zu be-schränken und den bereits vorhandenen Schulden ein Aktivvermögengegenüber zu setzen. Daneben aber stellte die günstige Gestaltung derrussischen Finanzwirtschast den schwer erschütterten Kredit Rußlands auf de» westeuropäischen Geldmärkten wieder her und gestattete daherRußland , für die Erleichteruug der ihm aus seiner Schuld erwachsen-den finanziellen Belastung aus der iu der zweiten Hälfte der 80eruud der ersten Hälfte der Wer Jahre eingetretenen starken Senkungdes Zinsfußes erheblichen Nutzen zu ziehen. Dazu kam die politischeAnnäherung an Frankreich, die der russischen Finanzverwaltuug denguten Willen des französischen Kapitals in einen: nie geahnten Um-fang zur Verfügung stellte.

Die Wirkung dieser Verhältnisse zeigte sich in einer erheblichenBesserung des Kursstandes der russischen Staatspapiere. Die 4pro-zentigen russischen Goldanleihen bewegten sich noch im Jahre 1889auf einem Kursstand vou ungefähr 73 und gingen im Jahre 1883 bisans 08 herunter^ Ende 1895 standen sie auf 97^, und vom Ende desJahres 1897 ab haben sie sich meist auf oder über der Parität gehalten;ja im Jahre 1899 erreichte der Stand der russischen Zl/^prozentlgenuud 3prozentigeu Goldanleihen bis auf die Bruchteile eines Pro-zentes den Kurs der mit der gleichen Verzinsung ausgestatteten deut-scheu Reichsanleihen. Ende Juli 1899 stand die 3i/>prozeutigedeutsche Reichsanleihe in Berlin auf 190,10, die 3>/iprozentigerussische Goldanleihe auf 99,89, die 3prozeutige deutsche Reichsauleiheauf 90, die 3prozentige russische Anleihe auf 89,79.")

Die günstige Gestaltung der Dinge wurde von Rußland benutzt,um durch eiue Reihe umfangreicher Konversionen die seinem Budgetaus der vorhandenen Schuld erwachsende Belastung erheblich zu Ver-Ersparnisse haben nns ferner die Möglichkeit gewährt, nnsere Währnngs-verhältnisse durch die Entrichtung der unverzinslichen Tchnld an die Reichs-bank für die im Interesse des Staatsschatzes emittierten Kreditbillette völligzu ordnen. Schließlich sind im abgelaufenen ^ahre ans jenen Rcservemittelnmich die ganz mihergewölmlichen nnd sehr beträchtlichen, dnrch die Ereignissein Ostasien verursachten Ausgaben bestritten worden. Ohne diese Mittel warenwir gezwungen gewesen, zu einer Anleihe zu schreiten, und zwar bei der gegen-wärtigen i.'age des Geldmarktes unter gewiß recht driickendcn Bedingungen."Vgl. v. Schnlzc-Gävernitz, a. n. O. S. 5S3.

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