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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
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46 Erster Teil. Die Finanzen Rußlands und Japans vor dein Kriegsausbruch,r^-v? -Ä-i? r^Mr^» r-js^ c^v» r^-i? c-«;» c-i-^» r-xi? r---i? r^>? c^-> < c-s^? r^?, <

pitals nicht in der Forni des Kredits, sondern in der Form der un-mittelbaren Beteiligung (etwa durch Aktieuerwerb) an irgendwelchenUnternehmungen, so erhalten die ausländischen Kapitalgeber vonvornherein nur insoweit irgendwelche späterenGegenleistungen,als dasinvestierte Kapital selbst Ertrügnisse abwirft; soweit die Aktionärerussischer Unternehmungen Ausländer sind, fallen auch die Zins-zahlungen für die Obligationen solcher Unternehmungen, falls dererforderliche Betrag nicht durch die Betriebsergebnisse ausgebrachtwird, den ausländischen Aktionären zur Last. Eine wirkliche Be-lastung der russische» Zahluugsbilcmz für die Zukunft bilden mitder eben gemachten Einschränkung nur diejenigen im Wege desKredits aufgenommenen Kapitalien, die aufgebraucht werden, ohnedaß ein Gegenwert in produktiven Anlagen entsteht.

Nun ist sich Wohl alle Welt darüber einig, daß die HilfsquellenRußlands nur durch die ausgiebige Heranziehung fremden Kapitalsin einem für Rußland selbst erwünschten Tempo erschlossen werdenkönnen. Gerade die Einführung und Sicherung der Goldwährunghatte mit in erster Linie den Zweck, eine ausgiebigere Heranziehungfremden Kapitals zu ermöglichen. Die Verwirklichung dieses Zweckesist in der Tat gelungen; seit 1894 sind nach der Schätzung sachkundigerLeute hunderte Millionen Rubel namentlich deutschen, französischenund belgischen Kapitals in russischen Unternehmungen investiertworden. Wer diese Kapitaleinfuhr im Interesse Rußlands fürwünschenswert hält, der darf nicht den notwendigen Reflex derKapitaleinfuhr anf die Handelsbilanz als ein ungünstiges Symptomansehen, sondern muß sich darüber klar werden, daß jede Kapital-einfuhr eine entsprechende Erleichterung der Zahlungsbilanz, d. h.der Bilanz der in einem gegebenen Jahre von Rußland zu empfan-genden und zu leistenden Zahlungen, bedeutet.

Diese Ausführungen lassen vielleicht die von mir ausgesprocheneAnsicht weniger kühn erscheinen, daßder namentlich nach der Größeder Getreideausfuhr und der Kapitaleinfuhr aus de«westeuropäischen Ländern schwankende Überschuß der rus-sischen Handelsbilanz im großen Durchschnitt mehr als ausreichenderscheint, um die jährlichen Zahlungsverpflichtungen des russischen Staates und der russischen Volkswirtschaft an das Ausland zu be-gleichen". Diese Ausführungen tragen vielleicht auch zur Beleuch-tung dereinfachen Banernrechnung" bei, die mir einRnssophob"