Druckschrift 
Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
Entstehung
Seite
90
Einzelbild herunterladen
 

90 Zweiter Teil. Die finanziellen Rricgsmaßnahmen,

r^-»> c'^v ? r^-^ r^Ä> r^--^ r^-Vr c-^»? r^--i? c^-^ r^-V? c^,, r^7» ^ c-^-> ^

Andrerseits war die russische Finanzverwaltung nicht gewillt, sichdie Zahlung des durch die Ungunst der augenblicklichen Verhältnissebedingten hohen Zinsfußes sür eine lange Reihe von Jahren anf-zuerlegeu. Zu diesem sür die Kontrahierung einer kurzfristigen An-leihe sprechenden Gesichtspunkt kam hinzu, daß die russische Regierungnach Möglichkeit verhindern mußte, daß die ueue Anleihe lediglich zueinem Austausch der alten gegen die neneu Titres führte. Die Ge-sahr lag nahe, daß die Besitzer der alten niedriger verzinslichenrussischen Schuldverschreibungen suchen würden, sich dieser zu ent-äußern, um die neuen höher verzinslichen Papiere zu kaufen. Einsolcher Austausch hätte sich natürlich nicht ohne einen starken Druckauf den Kurs der russischen Werte und ohue eiue nachhaltige Schädi-gung des russischeu Kredits vollziehen können. In gewissem Um-fang konnte dieser Gefahr gleichfalls durch die Ausgabe einer kurz-fristigen, nach wenigen Jahren zu Pari rückzahlbaren Anleihe vor-gebeugt werden! denn solche kurzfristigen Schatzanweisnngen könneninfolge der nahe bevorstehenden Rückzahlung zu 100 auch bei einererheblichen Besserung der Kreditverhältnisse des schuldnerischenStaates nicht wesentlich über die Parität hinaus steigen. Wenn siemit einer den augenblicklichen Umständen angemessenen Verzinsungausgestattet uud zu einem nahe an die Parität herankommendenKurs auf den Markt gebracht werden, können ihre Erwerber nichtauf eine Kurssteigerung rechnen, wie sie für die langfristigen An-leihen nach der Wiederherstellung des Friedens mit einiger Sicherheitzu erwarten war. Die Besitzer alter russischer Anleihen würden sichmithin, wenn sie diese zum Zweck der Erwerbung von neuen Schatz-auweisuugeu verkauft hätten, der Hoffnung begeben haben, die anden crsteren seit dem Kriegsausbruch erlittenen Kursverluste durcheine spätere Kurssteigerung wieder einzubringen.

Diese Erwägungeil haben die russische Finanzverwaltung be-stimmt, von der Aufnahme einer langfristigen Anleihe abzusehenund die benötigten Mittel durch die Ausgabe von kurzfristigenSchatzscheinen aufzubringen, deren spätere Ersetzung durch einelangfristige Anleihe in Aussicht genommen wurde. (Utas vom30. April/13. Mai 1904.)

Diese neueu Schatzscheine, deren Gesamtbetrag auf 300 MillionenRubel 800 Millionen Franken festgesetzt wurde, lauten auf Be-