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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
Entstehung
Seite
104
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10^. Zweiter u.cil. Die finanziellen Kriegsmusmahmeu.

Ein freier Bestand der Reichsrcntci iin Betrage von . 119 Millionen Rubel.?avon ivareu zn entnehmen zur Balnnzicrung des

Budgets für 1!>N'>........ . . . . 15 _

Es vervlieben mithin frei..........104 Millionen Rubel.

;',u dieser Summe trat hinzu der noch nicht verausgabte

Betrug der im Jahre 1904 angewiesenen KriegS-

tredite mit.............. 141 _

Insgesamt standen also zu Ansang des Jahres 1905

für Kriegszwecke zur Verfügung.......24S Millionen !>inbel.

Wenn man die monatlichen Kriegskosten für das Jahr 1905 auf80 bis 90 Millionen Rudel veranschlagt, was nach den oben ange-gebenen Anhaltspunkten gerechtfertigt ist, so würde der Betrag von245 Millionen Rnbel fiir 2^ bis 3 Monate ausgereicht haben.

Daneben waren allerdings die größeren Barbestände der russischen Reichsbank vorhanden, die wie wir sehen werden im Laufe desJahres 1904 nicht nnr intakt geblieben waren, sondern sogar eineVermehrung erfahren hatten. Aber die russische Finanzverwaltnnghatte ja bereits in den ersten Monaten des Krieges den Gedankeneiner Inanspruchnahme der Bankmittel für die Kriegszwecke zurück-gewiesen, mit der Begründung, daß es die Klugheit, vor allein inKriegszeiten, gebiete, die verfügbaren Mittel nicht zn erschöpfen undden von der Solvenz der Bank in erster Linie abhängigen Bestand desGeldsystems nicht in Frage zn stellen. Trotz aller Anzweiflung derAufrichtigkeit der damals ausgesprochenen Grundsätze hat die russische Finanzverwaltnng sich auch im weiteren Verlaufe des Krieges strengnn dieses Prinzip gehalten.

Neben dem Grundsatze der möglichsten Schonung der Bank hatdie russische Finanzpolitik als zweites Prinzip die rechtzeitige Ver-vollständigung ihrer Barmittel aufgestellt. Sie hat dieses Prinzip gleichfalls unter starker Anzweiflung der Aufrichtigkeit ihrer Er-klärungen im Angnst 1904 angewendet, als sie zu der Ausgabeder 130 Millionen Rnbel in Renteibilletten schritt, während ihr au?der ini Mai in Paris aufgenommenen Anleihe mindestens noch sehrerhebliche Beträge zur Verfügung standen. Tnß dem in der Tat sowar, hat sich aus dem weiteren Verlans der Dinge gezeigt. Die russi-sche Regierung hat nicht nur ihre Versicherung, daß sie den Kriegs-bedarf für 1904 ohne weitere auswärtige Anleihe werde bestreiten