können, wahr gemacht, sonder» sie hat — wie oben gezeigt wurde —in das nene Jahr noch erhebliche Mittel heriibergenonunen. Wennsie aber dein vernünftigen Grnndsatze der rechtzeitigen Vervollständi-gung ihrer Mittel tren bleiben wollte, dann tonnte sie den Abschlußeiner nenen Geldbeschaffung kaum über die Jahreswende Hinans-schieben.
il>. Steueverhöhungen.
Von den znr Geldbeschaffung i» Kriegszeiten möglichen Wegenhatte im Jahre 1904 die russische Regierung nicht nnr ans den Wegder Inanspruchnahme des Kredits der Zentralbank, sondern auch —mit geriugfiigigeu Ausnahmen — ans den Weg der Einnahme-steigerung durch erhöhte Besteuerung verzichtet. Rußland hat imGegenteil im Jahre 1904 der Notlage seiner bäuerlichen Bevölkerungdadurch Rechunng getragen, daß bei Gelegenheit der (Geburt desThronfolgers umfangreiche Rückstände von Steuern und Ablösnngs-zahluugeu erlassen worden sind. Die einzigen Einnahmeerhöhnngen,die bereits im Jahre l9v-l beschlossen wnrden und deren finanzielleWirkung in dem Voranschlag für 1995 bereits berücksichtigt ist, wareueine geringfügige Erhöhung der Gewerbesteuer und der Steuer aufstädtische Immobilien mit einem ans se 3 Millionen Nnbel veran-schlagten Mehrertrage, ferner die Erhöhung gewisser Gütertarife uudder Persouentarife im Vorortverkehr mit einem auf li MillioueuRubel verauschlagteu Mehrertrage. Die Gründe, welche die russische Fiuanzverwaltung bestimmten, so lange wie möglich mit einem An-ziehen der Steuerschraube zurückzuhnlteu, und ebenso die Gründe, dieschließlich trotz aller Bedenken die russische Negieruug zu umfang-reicheren Steuererhöhungen veranlaßten, wurde» im April 1995 inder „Handels- »»d Jndnstriezeitung", dem offiziösen Organ desMnanznniüsters, folgendermaßen dargelegt:
Zu Anfang des Krieges habe man geglaubt, in Rücksicht auf denkaum eiugetreteueu Gesuuduugsprozeß der russischen Volkswirtschaftnach der in den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts herein-gebrochenen Krise Stenererhöhungen vermeiden zu können. DieseHoffnung sei jedoch nicht aufrecht zu erhalten, da ohne eine Erhöhungder Besteuerung die infolge des Krieges stark anwachsende Verschul-dung Rußlands das Gleichgewicht des Neichsbudgets zu zerstören