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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
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10g Zweiter Teil. Die finanzielle» Rriegsinaßnahme».

drohe. Von neuen Stenern solle abgesehen werden, die Regierungbeschränke sich auf die Erhöhung der bereits bestehenden Steuern',dabei falle erschwerend ins Gewicht, daß die Steuerschraube in Ruß-land ohnehin schon sehr kräftig angespannt sei.

Die vorgenommenen Steuererhöhungen sind folgende!

Eine Steigerung der Abzüge von den Beamtengehältern!

Erhöhung der Erbschafts- und Schenkungssteuer:

Akzisen von Bier, Hefe und Zündhölzern', Abgabe von schweren Brennöleu-,

Einführung einer Akzise von Naphtha-Schmierölen.

Der Ertrag dieser Steuererhöhungen wurde auf 1821 Millio-uen Rubel geschätzt.

Seit Anfang des Jahres 1903 war ferner eine Erhöhung derVerkaufspreise für fiskalischen Branntwein vorgenommen worden,aus der man einen Mehrertrag von 25 Millionen Rnbel pro Jahrerwartet.

Als bevorstehend angekündigt wurde schließlich eiue Erhöhungder Stempelsteuer und gewisser Gütertarife mit einem Mehrertragvon 8>/2 Millionen Rnbel.

Rechnet man den Mehrertrag der bereits im Jahre 1901 vor-genommenen Stenererhöhnugen mit 12 Millionen Rnbel hinzu, so er-gibt sich eine Einnahmesteigernng von etwa 65 Millionen Rnbel.Dieser Mehrertrag soll in erster Linie zur Deckung für den Dienst derdamals bereits aufgenommenen nnd noch aufzunehmenden Kriegs-anleihen dienen, ist also für eine unmittelbare Bestreitung vonKriegsansgaben nnd als Vermehrung der dem russischen Finanz-minister zu Kriegszweckeu zur Verfügung stehenden Mittel nicht inRechnung zn stellen.

Deshalb konnte sich die russische Finanzvcrwaltung mit dieserMaßnahme unmöglich begnügen. Auch im Jahre 1905 mußten dieMittel für den Krieg in der Hauptsache durch neue Anleihen beschafftwerden.

l'. Me Aviegsanleihen des Iahres ^05.Die Berliner Anleihe.

Die schon unmittelbar nach dem Abschlüsse der Pariser Anleiheim Mai vorigen Jahres verbreiteten Gerüchte, die von Rußland auf-