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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
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120 Zweiter Teil. Die finanziellen Rriegsinaßncchmen.

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Die Staatsschuld Rußlands hat niithin dem Nennwerte nachdurch die Kriegsanleihen eine Steigerung vou M3ö MillionenRubel zu Beginn des Jahres 1904 ans 7917,5 Millionen Rubelerfahren, also eine Vermehrung nin etwa 29 Prozent. Die fürdie Verzinsung der Staatsschuld (ohne Auiortisationsbeträge) er-forderliche Summe hat sich von 2(>4,5 Millionen Nnbel (Voranschlagfür 1994) ans etwa 325 Millionen Rubel erhöht.") Von denwährend des Krieges ausgegebenen neuen Anleihen hat das Aus-land nicht viel mehr als die Hälfte aufgenommen, wobei zu beachtenist, daß während des Krieges zeitweise ein nicht unbeträchtlicher Rück-fluß von russischen Schuldverschreibungen vom Ausland nach Ruß-land stattgefunden hat. Man wird der Wahrheit nahe kommen, wennman die bisher durch dcu Krieg eingetretene Vermehrung des imAnstand untergebrachten Teils der russischen Staatsschuld auf 1,6bis 1,7 Milliarden Franken und die Erhöhung des an das Auslandjährlich zu zahlenden Zinsbetrags ans K9 Millionen Franken schätzt.

7. Dir Inanspruchnahme der russischen Reichsbankfür Kriegszwecke.

Es erübrigt uns nunmehr noch die Frage, wie weit die russische Fiuauzverwaltung zur Ausbringung der für den Krieg erforderlichenMittel die russische Reichsbank in Anspruch genommen hat.

In Anbetracht des zu Anfang des Jahres 1994 vorhandenensehr erheblichen Goldbestandes der Bank, der innerhalb des Rah-mens der bankgesetzlichen Vorschriften eine Erhöhung der Notenaus-gabe auf mehr als das Doppelte gestattete, hätte die Beschaffung derfür den Krieg zunächst erforderlichen Mittel im Wege der Entnahmevon Gold oder Noten aus der Bank als besonders naheliegend er-

In derFrankfurter ^Zclluug" vom 19. September 1995 wird auf Grundeiner offiziösen Mitteilung der gegenwiirtige Stand der russischen Staatsschuldauf 7682 Millionen !>iubel angegeben. Die Differenz gegenüber der obenberechneten Ziffer von 7917,5 Millionen Rubel erklärt sich in der Hauptsachedaraus, dar, in der von derFrankfurter Leitung" gegebenen Zahl die imMai 1905 ausgegebenen Scheinwechsel im Betrage von 299 Millionen Rnbel,deren Umwandlung in eine Anleihe erst noch M erfolgen hat. nicht ein-gerechnet sind.