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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
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128 Zweiter Teil. Die finanziellen Kriegsmaßnahmen.

erscheint, findet in der Hauptsache seine Erklärung in dein Geldbedarfauf dem Kriegsschauplatze. Dorthin wurden als Zahlungsmittelausschließlich Kreditbillette versendet, und zwar abgesehen von derErsparnis an Transportkosten usw. schon deshalb, weil die Bevölke-rung der Mandschurei Gold als Zahlungsmittel nicht kennt uud weilauch die Verwendung von Silbermünzen, die in der Mandschurei nicht nach ihrem Nennwert, sondern nur uach ihren, Silbergchalt be-wertet werden, unvorteilhaft erschien. Um das Zutrauen dermandschurischeil Bevölkerung zu deu russischen Kreditbilletteu zufestigen, ist wie der Bndgetbericht des Finanzministers mitteiltan Ort und Stelle ein Silberfonds gebildet worden, vermittels dessenKreditbillette auf Verlangen gegen das landesübliche Tauschmittel(Silberbarren von bestimmtem Gewicht, genanntI.an") eingelöstwerden. Der Betrag der bis Ende 1994 auf dem Kriegsschauplatzuud in deu benachbarten Gebieten in Umlauf gebrachten Kredit-billette wird iu dem Bndgetbericht auf mehr als IVO Millionen Rubelaugegebeu. Er dürfte sich inzwischen noch beträchtlich vermehrthaben. Der Rückfluß zu der Bo.uk kann sich natürlich nur langsamvollziehen.

Während die soeben geschilderte Ursache der vermehrten Noten-zirkulation keinem Zweifel ausgesetzt ist, muß es als fraglich er-scheinen, ob der zweite Grund, den der russische Fiuauzminister inseinein Budgetbericht für die Steigerung der Notenemission anführt,nämlichdie gewöhnlich im Herbst eintretende Belebung der Han-dels- und Jndustrieumsätze", eine irgend erhebliche Wirkung gehabthat. Dagegen spricht die Tatsache, daß eine ins Gewicht fallendeAusdehnung der Kreditgewährung der russische» Reichsbank im Dis-kont- uud Lombardgeschäft während des Herbstes 1904 nicht ein-getreten ist uud daß das Anwachsen des Notenumlaufs auch nachder Überwindung der Saison des regelmäßig erhöhten Geldbedarfssich nahezu ununterbrochen fortgesetzt hat.

So interessant jedoch die in den Baukkassen und im freien Ver-kehr vorgegangene Verschiebung ist und so vollständig auch auf deu ersten Blick wenigstens für das erste Halbjahr 1904 die weit-gehende Übereinstimmung in der Erhöhung des effektiven Goldbe-standes der Bauk uud der Noteuemission die Tatsache der vermehrtenNotenausgabe zu erklären scheint, so kann doch aus der Verschiebuug