Druckschrift 
Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
Entstehung
Seite
154
Einzelbild herunterladen
 

IZ^. Zweiter Teil. Die finanziellen Uricgsmaßnahmen.

Millionen im Auslande. Der effektive Ertrag dürfte sich auf 460bis 465 Millionen Jen belaufen haben. Zusammen mit den übrigenfür den Krieg zur Verfügung gestellten Mitteln (sonstige Darlehen,Überschüsse, Spezialfonds uud Ertrag der Kriegszölle usw. für neunMonate) würde sich die von der japanischen Negierung bis Ende 1904für die Kriegszwecke aufgebrachte Summe auf ruud 64V MillionenUen gestellt haben. Wieviel von dieser Snmme zu Ende desJahres 1964 noch verfügbar war, steht nicht fest, läßt sich aber anseiner Angabe des japanischen Vize-Finanzministers Sakatani, daß dieersten 16 Kriegsmonate für Japan einen Kostenaufwand von436 Millionen Jen verursacht hätten/") ziemlich genan berechnen.Die durchschnittlichen monatlichen Kriegskosten sür Japan würdensich nach der Angabe Sakatanis im Jahre 1964 ans ungefähr4L Millionen Jen gestellt und der gesamte Kriegsaufwand des Jah-res 1964 würde ungefähr 475 Millionen Jen betragen haben. Vonden im Jahre 1964 beschafften Mitteln hat Japan mithin etwa165, Millionen Aen mit in das Jahr 1963 herübergenommen.

Wenn man berücksichtigt, daß auch für Japan die monatlichenKriegskosten mit der Ergänzung und erheblichen Verstärkung derArmee in der Mandschurei uud mit den Vorbereitungen der Flottesür den Kampf mit dem Baltischen Geschwader allmählich stark habenanschwellen müssen, so ist es klar, daß Japan ebensowenig wie Ruß-land in der Lage war, eine weitere Geldbeschaffung irgend erheblichüber den Jahreswechsel hinauszuschieben. Gerüchte über neue Kredit-operationen Japans im Auslande kamen dementsprechend schon baldnach dem Abschluß der Novemberanleihe in Umlauf. Man fprachvon einer auswärtigen Anleihe auf der Basis der Verpfändung desneu geschaffenen Kampfermonopols, daneben von einem Vorschuß derStandard Oil Company gegen Verpfändung der japanischenPetrolenmlager. Es mag sein, daß in der Tat auf diesen Gruud-lageu Verhandlungen stattgefunden haben; aber die schweren Bedin-gungen, die Japan sich bei der zweiten Auslandsauleihe vom Novem-ber 1964 hatte gefallen lassen müssen, die ihn, wie erwähnt beieiner 6prozentigen Verzinsung und bei der Verpflichtung der Pari-Rückzahlung nach 7 Jahren nur einen Nettoerlös von 86-^ Prozent

ZieheHamb. Correspondent" vom 22. Januar