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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
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156 Zweiter Teil. Die finanziellen Uriegsinaßncchmcn,

Emission der vorausgegangenen Inlandsanleihen nin 12 bis 16 Pro-zent gestiegen, im Iiilande dagegen mußte sich Japan bei einem n»i1 Prozent erhöhten Zinsfuß einen niedrigeren Emissiouskurs ge-fallen lassen.

Weuu sich die relatib günstigen Bedingungen, zn denen die japa-nische Regierung ihre ersten drei Inlandsanleihen unterbringenkonnte, während ihr der englisch -amerikanische Geldmarkt für diegleichzeitigen Anslands-Anleihen so sehr viel härtere Bedingungenauferlegte, vielleicht aus dem patriotischen Enthusiasmus der japa-nischen Geldgeber, vielleicht auch zum Teil aus einem gewissen vonder Regierung oder der öffentlichen Meinung ausgeübten Drucke er-klären lassen, so gibt es sür die ungünstigen Bedingungen der imFebruar 19W abgeschlossenen inneren Anleihe doch kanm eine andereErklärung, als daß die Leistungsfähigkeit des inneren japanischenGeldmarktes damals nicht mehr vorhielt. Dieser Eindruck wird da-durch bestätigt, das; von Japan ans noch vor der Eröffnung derSubskription aus die neue Anleihe Versuche gemacht worden sind,einen Teil der neuen Schabscheine im Auslande unterzubringen. DieZeichnung ans die nene Anleihe sollte in Tokio am. März statt-sinden! aber schon in der ersten Märzhälfte scheint namentlich inLondon und Paris ein nmfangreicher Handel mit den nenen Schatz-scheinen, und zwar auf der Basis eines Kurses von 93>/>94 Pro-zent, betrieben worden zu sein. Auch in Berlin, in Österreich und inder Schweiz sollen von London aus größere Beträge uutergebrachtworden sein.'") DieFrankfurter Zeitung " wies damals mit Recht aufdie für den europäischen Käufer ungünstigen Unterschiede dieserinneren Anleihe gegenüber den während des Krieges ausgegebenenjapanischen Ausländsanleihen hin; während letztere auf englische nndamerikanische Valuta lauten, sind die ersteren mir auf japanischeWährung ausgestellt und infolgedessen mit dem vollen Valutarisikobehaftet, nnd ferner fehlt ihnen eine spezielle Sicherstellnng, wie siesür die bis dahin emittierten Ausländsanleihen durch die Verpfän-dung der Zölle gewährt worden war. Nach dem Zeichnuugsergcbnissoll trotz dieser Nachteile etwa die Hälfte der ucuen Anleihe von frem-

Vgl.Berliner Börsen-Courier" vom 1. und 9. März 1905, dieNeue FreiePresse" vom 9. Mörz 1905 und dieFrankfurter Zeitung " vom 10. März 1905.