1ZZ Zweiter Teil. Die finanzielle» Rricgsnmsznahmen.
Aber solche Erwägungen verschlugen nicht allzn viel. Die neueAnleihe fand ein bereitwilliges Entgegenkommen. Außer den eng-lischen und amerikanischen Häusern, welche die bisherigen auswärti-gen Kriegsanleihen übernommen hatten, nahmen dieses Mal auchdeutsche Baukeu an den Verhandlungen teil. Schon von den früherenAusländsanleihen war ein, wenn anch nur bescheidener Bruchteildurch Vermittlung eines Hamburger Bankhauses in Deutschland pla-ziert worden, und bei der wachsenden Neigung des deutschen Kapita-listenpnbliknms zur Anlage in japanischen Werten erschien eine Be-teiligung Deutschlands an der Emission der neuen Anleihe durchausnatürlich. Auch politische Bedenken konnten bei der von Deutschland gegenüber den beiden kriegführenden Parteien gewahrten Neutrali-tät einer Beteiligung des deutschen Marktes an der neuen Anleihenicht entgegenstehen. Am 17. März hat der Reichskanzler FürstBülow , als er im Reichstage wegen der Zulassung russischer An-leihen angegriffen wurde, die Gelegenheit benutzt, um die deutscheNeutralität auch auf dem finanziellen Gebiete zn betonen, indem erausführte, die Neichsregierung habe keinen Grund, eine neue russische Anleihe zu verhindern, ebenso wie sie auch die japanische Regierunguicht verhindern werde, eine Anleihe in Deutschland aufzunehmen.
Für dieses Mal allerdings kam eine deutsche Beteiligung nochnicht zustande. Die Führerin der englischen Gruppe, die Hong-kong c!<- Shanghai Banking Corporation, inachte Vorrechte auf dieAnleihe geltend und wollte der deutscheu, von der Deutsch -AsiatischeuBank geführten Gruppe uur ciue Uuterbeteiliguug zugestehen, wasdiese, als ihrer Stellung uicht eutsprecheud, zurückwies. Immerhinmag die deutsche Konkurrenz mit dazu beigetragen haben, den Japa-nern die Bedingungen für ihre neue Anleihe günstiger zu gestalten.
Am 24. März wurde der Abschluß der Anleihe gemeldet. DerBetrag war dieses Mal 30 Millionen Pfd. Stert.; die Hälfte solltein London , die andere Hälfte in New-Aork begeben werden. DerZinsfuß wurde auf 4^ Prozent normiert. Die Form war diesesMal nicht, wie bei den bisherigen inneren und äußeren Kriegsan-leihen, diejenige von Schatzscheinen mit S- bis 7jähriger Laufzeit: diejapanische Regierung ist vielmehr erst nach 20 Jahren zur Rückzah-lung der neueu Anleihe verpflichtet, hat sich jedoch das Recht vorbe-halten, die Rückzahlung zu Pari schon nach fünf Jahren zu bewirken.