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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
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Folgen der Unruhe» im Kaukasus für die russische Naphthagewinnuua.und fiir alle von dieser abhängende» Unternehmungen, Dazukommen die teilweise recht ungünstig lante»den Nachrichten iiberdie Ernte des laufeudeu Jahres. Das alles sind Momente, die nichtgerade geeignet sind, der russischen Volkswirtschaft die sich ans denKosten des Krieges ergebende nene finanzielle Belastung zu erleich-tern. Für das künftige Schicksal der russischen StaatSsinauzeu wirdes vor allem darauf ankommen, ob es gelingt, den Frieden imInnern auf einer Grundlage wiederherzustellen, die ei» gedeihlichemwirtschaftliches Arbeiten und eine fortschreitende Nutzbarmachung derunbestreitbar großen natürlichen Hilfsquellen ermöglicht; ob es ge-lingt, die notwendigen ökonomischen Reformen namentlich auf agra-rischem Gebiete zu einem gnteu Ende zu führen; und schließlich, obes gelingt, dem russischen Reiche fiir einen hinreichend großen Zeit-raum neue schwere Opfer fiir seine auswärtige Politik zu ersparen.Wer alle diese Hauptfragen und alle die zahlreichen Nebenfragen,die im Gang der Dinge eine unvorhergesehene Bedeutung erlangenkönnen, heute schon zu beautworteu sich getraut, der mag unter dieWahrsager und Propheten gehen. Eine Statistik und eine Geschichteder Zukunft sind noch nngegründete Wissenschaften.

II. Japan .

1. Die Rückwirkung des Krieges auf den öffentlichen

Kredit.

Tic Belastung dcr TtnntSfinnnzcn durch den Krieg.

Japan hatte bereits in den letzten Jahren vor dem Kriegsaus-bruch zur Durchführung seines großen Rüstungsprogramms seineFinanzkrnft in einem Maße angespannt, daß die Kenner der japa-nischen Volks- und Finauzwirtschaft die schwersten Zweifel darüberhegen mußten, wie es Japan gelingen werde, den gewaltigen finan-ziellen Anforderungen eines Krieges mit Rußland zu genügen. Dievom Jahre 1896 au erfolgten Steuererhöhuugeu schienen kaum eineweitere Steigerung vou einiger Ausgiebigkeit zuzulassen, und dieStaatsschuld war seit der Mitte der 9l)er Jahre in einem Maße ge-wachsen, daß im Rechnungsjahre 1902/03 der Dienst der Staats-

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