1 <)si Dritter u.cil, Die finanziellen und wirtschaftlichen Rückwirkungen des Krieges,
anleihen trotz der erheblichen Steigerung der Staatseinkünfte —20 Prozent der ordentlichen Einnahmen absorbierte und daß in denletzten Jahren vor dein Kriegsansbruch der Kursstand der japanischenStaatsanleihen ein mn 10 bis 12 Prozent niedrigerer war als einJahrzehnt zuvor.
In der Tat hat Japan in der ersten Hälfte des Krieges, wiewir gesehen haben, nur unter außerordentlich ungünstigen Bedin-gungen nnd in nicht sehr erheblichen Beträgen seine zur Beschaffungder .Uriegsmittel erforderlichen Allleihen auf dein internationalenGeldmarkt unterbringen können. Aber der für Japan ununterbrochengünstige Verlans der militärischen Operationen hat schließlich —etwa von Beginn des Jahres 1905 an — auch den sinanziellen Teilder Kriegführung für Japan erleichtert. Während für Rußland imJahre 1905 der unglückliche Verlauf des Krieges zu Land und zuWasser in Verbindung mit den inneren Unruhen eine Bedrohungdes Staatskredits bildete und die Beschaffung der für den Kriegerforderlichen Gelder erschwerte, haben für Japan die glänzendenErfolge von Heer und Flotte nicht nur die Opferwilligkeit der ein-heimischen Bevölkerung gegenüber einer ungewöhnlichen Anspannungder Steuerbelastung und den wiederholten inneren Anleihen wach-gehalten, sonder» auch ans den westlichen Geldmärkten den japanischenFinanzoperationen in einer Weise den Boden bereitet, daß Japan fürseine Kreditansprüche im Jahre 1905 günstigere Bedingungen fandals im ersten Kricgsjahre. Die Intelligenz nnd die Umsicht, die Tat-kraft nnd Elastizität, die Schulung und Disziplin, die das japanischeVolk unter den Waffen bekundete, weckten und steigerten das Vertrauenin die wirtschaftliche nnd sinanzielle Zukunft des Landes in eineinungeahnten Maße und halfen so die enormen Schwierigkeitenüberwinden, die der Krieg vor der noch in den Anfängen ihrer Ent-wicklung stehenden japanischen Finanzkraft aufzutürmen schien.
Aber die Tatsache, daß dank der militärischen Erfolge Japan dasfür den Krieg nötige Geld hat beschaffen können, darf nicht über diegroße Belastung hinwegtäuschen, die der Krieg den japanischenStaatsfinanzen auferlegt hat, Japan hat bis Ende September 1903etwa 1105 Millionen Jen an Barmitteln für den Krieg bereit gestelltund davon waren Ende September 1905 rund 1160 Millionen Jenznr Verausgabung gelangt,") Im Gegensatz zn Rußland hat Japan
*) Vgl, oben S, 173,