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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
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233
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Schlußbetrachtungeii. 2ZZ

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zu Beginn der Wer Jahre um mehr als 1(1 Prozent zurückgegangen,während der öffentliche Kredit Rußlands in jenen Jahren in seinerGesamtentwicklnng eine erheblich steigende Bewertung erfuhr. Dazukam ferner, daß die Bank von Japan nur über einen bescheidenen,den Notenumlauf mitunter nicht einmal zn einem Drittel deckenden,nur ein Achtel bis eiu Zehntel des Goldvorrats der russischen Reichs-bank ausmachenden Goldbestand verfügte, der ohne uumittelbare Ge-fährdung der Währung keine irgend erhebliche Inanspruchnahme fürKriegszwecke gestattete. Dazu kamen schließlich die gewaltigen Unter-schiede in den gesamten Dimensionen des Staatshaushaltsi dieordentlichen Einnahmen Rußlands waren vor Beginn des Kriegesacht- bis neunmal so groß, wie diejenigen Japans ; auch wenn manberücksichtigt, daß bei Rußland den Einnahmen in beträchtlich größe-rem Umfange als bei Japan Ausgaben für staatliche Betriebe gegen-überstehen, so bleibt doch immer noch ein enormer Unterschied, derdarin znm Ausdruck kommen mußte, daß die gleichen absoluten Be-träge von Kriegskosten und Kriegsanleihen bei Japan eine um einMehrfaches stärkere Belastung des Etats darstellten als bei Rußland .

Der Krieg hätte nun bei einem anderen Verlauf der militäri-schen Vorgänge Gelegenheit geben können, nach Art eines Experi-mentes die Wirkung der verschieden starken finanziellen Kriegs-rllstung zu beobachten. Aber zum Wesen des Experiments gehört es,daß eine und dieselbe Ursache unter verschiedenen Bedingungen wirk-sam wird; nur dnrch die Änderung der Bedingungen läßt sich dieWirkung einer bestimmten Ursache gewissermaßen isolieren. Der ost-asiatische Krieg hat jedoch den Unterschied in der finanziellen Stärkevon Ansang bis zu Ende immer nur unter der eine n Bedingungwirksam werden lassen, daß Rußland , der siuanziell besser gerüsteteTeil, gleichzeitig der militärisch unterliegende, und Japan , der finan-ziell schwächer gerüstete Teil, gleichzeitig der militärisch überlegenewar. Der Krieg war infolgedessen finanzpolitisch weit weniger lehr-reich, als wenn z. B. vor dem Fall von Port Arthnr, oder ans derEbene von Mukden, oder schließlich auch uoch in der Tsushima-Straße sich das Waffenglück mit Entschiedenheit zugunsten der Russengewendet hätte. Bei dem tatsächlichen Verlans der Dinge konnteman nur beobachten: wa? nützt die bessere finanzielle Rüstung dermilitärisch inferioren Partei, und was schadet die sinanzielle Jns>