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Das Geld / Von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
44
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44 Erstes Buch, L Abschnitt. Die Entwicklungsgeschichte des Geldes.

nachweislich von 1252 ab, und wahrscheinlich nicht vor diesem Jahre, inFlorenz geprägt, und ihr Name wird in der Regel vom Namen Florenz abgeleitet. Nach Le Blanc findet sich jedoch der Münzname Florenusschon 1148 in Urkunden, und es ist möglich, daß das Wort Florenusvon den Blumen auf dem Gepräge dieser Goldmünzen hergenommenist, zumal da sie auch in Deutschland den NamenLiliengiüden" er-hielten. Um dieselbe Zeit tauchten die Dukaten auf, ob zuerst inApulien oder in Venedig, ist nicht aufgeklärt. Florenen und Dukatenscheinen ursprünglich identisch gewesen zu sein, entfernten sich aberbald erheblich von einander in Feinheit und Gewicht und bildetenzwei verschiedene Münz typen, die als solche mehrere Jahrhundertelang die Goldprägungen der europäischen Staaten beherrschten. Wiedie großen Silberniünzen unterlagen sie territorial verschieden starkenVerschlechterungen. Am besten hielten sie sich in Italien , am meistenverschlechtert wurden sie in Deutschland , namentlich nachdem dasRecht der Goldprägung im Jahre 1356 durch die Goldene Bulle den Kur-fürsten zugestanden worden war. Nach der dritten Reichsmünzordnungvon 1559, in welcher der Goldgulden (Florenus) und der Dukat alsReichsmünzen anerkannt wurden, sollten aus der feinen Mark Gold93 48 /iii Goldgulden und 67 CT / 7 i Dukaten geprägt . werden; bis 1737wurde diese gesetzliche Feingehaltsbestimmung nicht geändert.

Später erfahren eine ähnliche internationale Verbreitung die vonSpanien ausgehenden Pistolen, welche das Vorbild der französischen Louisdor, der preußischen Friedrichsdor usw. geworden sind.

Wie im 13. und H.Jahrhundert die Verschlechterung des Silbergeldesdas Aufkommen und die Verbreitung der neuen Goldmünzen beförderthatte, so hat im 15. Jahrhundert die Verschlechterung der Goldmünzen neben der Steigerung der deutschen Silberproduktion mit dazubeigetragen, dem Silber im Großverkehr wieder zu seiner alten Stellungzu verhelfen. In Venedig, dem wichtigsten Markte für das deutscheSilber, wurde schon im Jahre 1472 der Wert des Goldguldens in einerunerhört großen Silbermünze dargestellt. Dieses Beispiel fand Nach-ahmung zuerst bei den Erzherzögen Maximilian und Sigismund, die1479 und 1484 damit begannen, das Silber ihrer Tiroler Bergwerkein solche große Stücke auszumünzen, welche zunächst den NamenGuldengroschen erhielten. Von 1519 an wurde dieses Münzstück(= Vs Mark Feinsilber) in großem Umfange von den Grafen Schlick in Joachimsthal in Böhmen geprägt; die Münzen wurden nunmehrJoachimstaler" oder schlechtwegTaler" genannt. Aus diesem Stückesind die späterenSilbergulden" "undTaler", die in der neuerendeutschen Münzgeschichte die wächtigste Rolle spielten, hervorgegangen.Der Silbergulden wurde in den Reichsmünzordnungen des 16. Jahrhundertsals die große Silbermünze des Reichs adoptiert. Die Talerprägung

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