wörtlichen Ausdruck nach identisch seien mit Stellenaus dem Buche „Fliegender Sommer" von AlfredP u t z e 1, erschienen 1922 bei Oskar Wöhrle inKonstanz. Zech bestritt. Nun rollte Dr. RichardHuldschiner im „Tagebuch" vom 2. Oktober1926, S. 1479-1483 den Fall Zech in seiner ganzenBreite auf und brachte Gegenüberstellungen, diekeinen Zweifel ließen, daß eine auffallende Ueber-einstimmung zwischen den beiden Arbeiten bestand.Unterdessen hatte sich auch der Baden-BadenerSchriftsteller Robert R. Schmidt in den Streitgemischt und im Abendblatt der „Frankf. Ztg." vom8. 6. 1928 die Behauptung aufgestellt, daß er imJahre 1914 eine Novelle im Manuskript an Zech ge-sandt habe, die dieser in seiner 1925 erschienenenNovelle „Die Geschichte einer armen Johanna" (J. H.W. Dietz Nachf., Berlin ) z. T. wörtlich verwendeteund sie in Idee, Aufbau und Stil übernahm. Schmidtklagte und Zech ließ gegen sich Versäumnisurteilergehen.
Wer den Fall näher ins Auge faßt, muß zugeben,daß das „Berl. Tgbl." dem jeder Originalität erman-gelnden Schriftsteller mit Recht den Stuhl vor dieTür setzte, denn in diesem Punkte gibt es keinPaktieren. Warum aber das Messen mit doppeltemMaß? Warum die sittliche Empörung gegen denAußenseiter Paul Zech ? Warum anderseits das tief-gründige Schweigen der maßgebenden Zeitungengegenüber den wider emporgelobten Schriftstellernerhobenen Vorwürfen? Merkwürdig genug berührtes nämlich, daß weder das „Berliner Tageblatt",noch die „Frankfurter Zeitung " noch „Das Tage-buch", die Angriffen gegen Paul Zech willig ihreSpalten zur Verfügung gestellt hatten, zu dem FallJacob Wassermann überhaupt Stellungnahmen, ja ihn nicht einmal mit einem Wort er-wähnten, obgleich er ausführlich, allerdings nur inchristlichen Zeitungen, erörtert wurde. Die „Täg-liche Rundschau" 34 ) befaßte sich eingehend damitund berief sich dabei auf die Untersuchungen Dr.Arpad Steiners. Sie schreibt:
„In der Chicagoer Wochenschrift für Politik,Kunst und Literatur „Die neue Zeit" vom 5. De-
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