zember 1925 ist folgendes zu lesen: „Daß JakobWassermann , einer der hervorragenden Roman-schriftsteller des gegenwärtigen Deutschlands ,seinen Unsterblichkeitsdurst auch aus verbotenenBronnen zu löschen verstand, geht aus einemAufsatz Dr. Arpad Steiners von der MarquetteUniversität, Milwaukee , Wis., im Oktoberheftdes von Prof. Dr. Julius Goebel herausgegebenen„Journal of English and Germanic Philology"hervor. Aus diesem „William H. Prescott undJakob Wassermann " überschriebenen Essay desuns zugesandten Heftes ersehen wir, daß Wasser-mann seine Novelle „Das Gold von Caxamalca "zu Dreivierteln aus Prescotts „The Conquest ofPeru" kaltblütig abgeschrieben, resp. buchstäb-lich übersetzt hat, ohne auch nur mit einemAugenzwinkern anzudeuten, daß er diese neueBlume in seinem Ruhmeskranz auf der amerika-nischen Prärie anstatt in dem eigenen Rosariumgepflückt, wahrscheinlich in der Voraussetzung,daß die Quelle, wenigstens in Deutschland , nichtso leicht entdeckt werden würde . . . Mit Aus-nahme einer geringen Modifizierung entlehnteWassermann, so sagt Dr. Steiner, von Prescottdas Komplott, ja, er ging noch weiter und über-setzte wörtlich Prescotts Werk zu zwei Drittelnin der Novelle „Gold von Caxamalca " insDeutsche. Das ganze dritte Kapitel Wassermannsist beinahe buchstäblich Prescott entnommen . . .Sein (Wassermanns) Geschmack war zweifellosgut, seine Interpunktion aber bedauerlich defekt.Durch eine beklagenswerte Sorglosigkeit vergaßer allzuhäufig den Doppelpunkt mit den An-führungszeichen zu setzen."Soweit die „Tägliche Rundschau" deren Berichtich im Auszug brachte. Wassermann hat m. W. niewidersprochen. Leider aber scheint es sich hier umkeinen möglicherweise wegdisputierbaren Einzelfallzu handeln, denn vier Jahre später wurde Wasser-mann der gleiche Vorwurf des Plagiats beiseinem Roman „Kaspar Hauser " gemacht. MarianneT h a 1 m a n n führt in ihrer Abhandlung „Wasser-manns Caspar Hauser und seine Quellen" in der
15