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Das Geld / Von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
155
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5. Kapitel. Die deutsche Mttnzreform: (j Li

Staaten bereits zu einem Münzvereine, zusammengeschlossen, der dieGulden Währung einheitlich regelte; 1838 folgte ein Münzvertrag zuDresden zwischen den sämtlichen Staaten des Zollvereins. Der wich-tigste dieser Verträge war der Wiener Münzvertrag vom 24. Januar 1857,der auch Österreich mit einbezog. Da Österreich jedoch aus seinerPapierwährung nicht herauskam, wurde der Münzverein mit diesemStaate nur insoweit wirksam, als eine Anzahl von Vereinstalern mitgesetzlicher Zahlungskraft im ganzen Vereinsgebiete, auch in Österreich geprägt wurde. Nach dem Kriege von 186(i schied Österreich aus demMünz vereine aus.

Neben der Münzzersplitterung war ein großer Mißstand desdeutschen Geldwesens der Mangel eines ausreichenden und geordnetenGoldumlaufs, ein Fehler, der in der deutschen Währungsverfassungbegründet war und sich mit dem Fortschreiten der wirtschaftlichenEntwicklung und der Vergrößerung des Volkswohlstandes immer mehrfühlbar machte. Das Fehlen eines ausreichenden Goldumlaufs be-günstigte, da die Silbermiinzen für jede größere Zahlung zu unbequemwaren, ein starkes Überhandnehmen des Umlaufs papierner Geldzeichen.Namentlich die kleineren deutschen Staaten machten sich diese Verhält-nisse zu nutzen und brachten großeMengen von Papiergeld in den Verkehrmeist in Scheinen, die auf ganz kleine Reträge, bis herab zu 1 Taler. lauteten, und für deren Sicherstellung entweder überhaupt keine odernur ungenügende Vorkehrungen getroffen waren. Ähnlich verhieltensich die meisten Notenbanken, die durch die Ausgabe ungedeckterBanknoten möglichst hohe Gewinne zu erzielen suchten.

Da man dem Publikum unmöglich zumuten konnte, sich mit demlästigen Silber abzuschleppen, war die einzige Möglichkeit, das bedroh-liche Übermaß von Papiergeld/eichen einzuschränken, die Schaffungeines den Bedürfnissen des gesteigerten und verfeinerten Verkehrsentsprechenden Umlaufs von Goldmünzen.

Nach der gleichen Richtung hin wirkte die bereits geschilderteEntwicklung der internationalen Währungsverhältnisse. Überall hatteder Gebrauch von Goldgeld eine bedeutende Zunahme erfahren, überallzeigten sich wie insbesondere auf der Pariser Münzkonferenz von18G7 hervortrat in wachsender Stärke Bestrebungen, den Gold-unilauf, wo er von selbst Boden gefaßt hatte, durch die gesetzlicheEinführung der Goldwährung dauernd festzuhalten und ihm dort, woer sich infolge der bestehenden Münzgesetze nicht einbürgern konnte,durch die Einführung der Goldwährung: Eingang zu verschaffen. Eszeigte sich immer deutlicher, daß ein Beharren bei der SilberwährungDeutschland währungspolitisch isolieren mußte.

Sowohl in Rücksicht auf den eigenen Geldumlauf als auch in Rück-sicht auf die internationale Gestaltung der Währungsverhältnisse mußte