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Das Geld / Von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
156
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156 Erstes Buch. II. Abschnitt. Die Gestaltung der Edelmetallverhältnisse.

deshalb neben der Münzeinigung die Herstellung eines Goldumlaufsals das wichtigste Ziel der deutschen Münzreform erscheinen.

§ 2. Die Reformbestrebungen.

Das Verlangen nach einer deutschen Münzeinheit, das nahezuebenso alt war, wie die deutsche Münzzersplitterung, war durch dievor der Reichsgründung in den Münzvereinen erzielten Erfolge keines-, wegs befriedigt. So groß auch der Fortschritt war, den namentlichder Wiener Münz vertrag von 1857 durch seine einschneidenden Be-stimmungen über die Scheidemünzen und durch die Erhebung desEintalerstücks zur Vereinsmünze herbeiführte, so blieb doch selbstinnerhalb des Zollvereinsgebietes eine Trennung nach zwei Landes-währungen Taler Währung und süddeutsche Gulden Währung>innerhalb des Münzvereins (einschließlich Österreichs ; sogar eine drei-fache Verschiedenheit der Landeswährungen bestehen. Dazu kam, daßnur die Vereinsmünzen ohne Unterschied der Münzstätten, aus denensie hervorgingen, gesetzliches Zahlungsmittel im ganzen Vereinsgebietesein sollten; diesen allerdings war die unbedingte gesetzliche Zahlungs-kraft in einer so prägnanten Weise, beigelegt, daß ihnen für die künf-tige Entwicklung ganz abgesehen davon, daß sie mit den wichtigstenKurantmünzen des wichtigsten Teiles des Vereinsgebietes identischwaren ein Übergewicht über das Landeskurantgeld gesichert schien;Zahlungsverträge, die auf Landeskurantgeld lauteten, sollten nach Art. 8des Wiener Vertrags in Vereinsmünzen erfüllt werden können, währendZahlungsverträge, die auf Vereinsmünzen gestellt wurden, ausschließ-lich in Vereinsmünzen zu erfüllen sein sollten. Dagegen hatten hin-sichtlich der Landesmünzen die einzelnen Staaten während der Ver-handlungen über den Vertrag ausdrücklich die Übernahme auch nurder Verpflichtung abgelehnt, die Münzen der mitvertragenden Staatenin ihrem Gebiete wenigstens nicht zu verbieten. Aber die Bedeutungdes Landeskurantgeldes gegenüber den Vereinsmünzen ist infolge derErklärung des Eintalerstückes zur Vereinsmünze neben dem schonseit dem Münz vertrage- von 1838 zur Vereinsmünze erhobenen Doppel-talerstück und durch die den Vereinsmünzen beigelegten rechtlichenQualitäten seit 1857 sehr zurückgegangen. Die Prägeziffern sind dafürein sprechender Beweis. Von 1838 bis 1857 wurden im Gebiete des Zoll-vereins nur wenig mehr als 50 Millionen Taler in Vereinsmünzen(Doppeltalerstücken) ausgeprägt, während gleichzeitig allein an Kurant-münzen süddeutscher Währung eine Summe von etwa 80 MillionenTaler zur Ausmünzung gelangte. Dagegen wurde von 1857 bis 1871 inden Zollvereinsstaaten an Vereinsmünzen (Ein- und Zweitalerstücken)eine Summe von 229 Millionen Taler geprägt, während die gleichzeitigenAusmünzungen von Landeskurantgeld der Taler- und der süddeutschen