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Guldenwährüng nur 6 '/3 Millionen Taler betrugen; davon kamen etwa2 Millionen auf die Landeskurantmünzen der Talerwährung ('k- undV«-Talerstucke) und 4>/3 Millionen Taler auf die Landeskurantmünzender Guldenwährung Die in dem Wiener Münzvertrage aufrechterhaltenesüddeutsche Guldenwährung war mithin nahe daran, durch die Vereins-münzen erdrückt zu werden; von der gesamten Kurantausmünzung derGuldenstaaten selbst entfielen in der Zeit vom Wiener Vertrage biszur deutschen Münzreform nur etwa 8,4 Prozent auf die LandesmüuzeH,dagegen 01,6 Prozent auf die Vereinsmünzen.
Wenn auch diese aus der unentrinnbaren wirtschaftlichen Not-wendigkeit hervorgehende Entwicklung eine allmählich immer weiterfortschreitende Annäherung an das Ziel der völligen Gemeinschaft derdeutschen Umlaufsmittel in Aussicht stellte, so lag darin doch immerhinnur ein geringer Trost für diejenigen, welche im täglichen Verkehrdie Mißstände der Münzzersplitterung empfanden. Der Wiener Vertragwar nur halbe Arbeit, und gerade deshalb regte er ganz besonders dasVerlangen an, daß in der Frage der deutschen Münzeinigung ganzeArbeit getan werden möchte.
Zu der Forderung der Münzeinigung traten vom Ausgang der50 er Jahre an mit wachsender Stärke die Bestrebungen auf Einführungder Goldwährung. Die münztechnischen Vorzüge der Goldwährunghatten bereits in den 30 er Jahren des 19. Jahrhunderts einen kenntnis-reichen und eifrigen Vertreter in dem verdienstvollen NationalökonomenJ. G. Hoffmann . 1 ) Aber damals hatten solche Erörterungen in An-betracht der oben geschilderten Verhältnisse der Edelmetallproduktionlediglich theoretische Bedeutung; für einen münztechnisch noch sogerechtfertigten Übergang zur Goldwährung fehlte das wesentlichste,das Gold. Erst der gänzliche Umschwung der Edelmetallproduktionvon 1848 an hat einerseits die Bahn zur GoldAvährung freigemacht,während andrerseits die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung einesolche Währungsänderung immer mehr als eine Notwendigkeit er-scheinen ließ. Die Entwicklung der internationalen Währungsverfassungund die Rücksicht auf den inneren Geldumlauf, in dem mangelseines bequemen Zahlungsmittels das Papier bedrohlich überhand nahm,wirkten zusammen, um neben der Münzeinigung die Herstellung einesausreichenden und geordneten Goldumlaufes als das wichtigste Zieleiner deutschen Münzreform erscheinen zu lassen.
Uber den Weg, auf welchem dieses letztere Ziel erreicht werdenkonnte, herrschte jedoch in der öffentlichen Meinung anfänglich noch
1) Von seinen Arbeiten kommen hier insbesondere in Betracht: „Drei Aufsätzeüber das Münzwesen". Berlin 1832; „Die Lehre vom Gelde als Anleitung zu gründ-lichen Urteilen über das Geldwesen". Berlin 1838; .Zeichen der Zeit im deutschenMünzwesen, als Zugabe zu der Lehre vom Gelde". Berlin 1841.