1. Kapitel. Der wirtschaftliche Begriff des Geldes. § 2. 217
§ 2. Die Stellung des Geldes im Organismus der Volkswirtschaft.
Die in der Volkswirtschaft in Erscheinung tretenden Gegenständeunterliegen einer fundamentalen Unterscheidung von dem Gesichts-punkte aus. ob sie unmittelbar dem Konsum, d. h. unmittelbar derBefriedigung menschlicher Bedürfnisse, dieneu, oder ob sie nur Mittelsind, welche dazu verwendet werden, gebrauchsfertige Güter herzu-stellen und sie dem Konsum zuzuführen. Die letzteren, die sich zuden ersteren wie das Mittel zum Zweck verhalten und die sich imGegensatz zu den „Konsumgütern" als „Mittelsgüter" bezeichnenlassen 1 ), zerfallen in verschiedene Gruppen:
1. In Produktionsmittel im engeren Sinne 2 ), d. h. solche Güter,welche als Rohstoffe oder Hilfsstoffe oder Werkzeuge usw. zur Um-formung der gegebenen Materie in einen für den Verbrauch geeignetenZustand dienen; hierher gehören Stoffe wie Baumwolle, Wolle, Erze,Metalle, Getreide, Kohlen, Werkzeuge, Maschinen usf.
2. In Transportmittel, d. h. solche Güter und Vorrichtungen, welchedie Überführung von Gütern nach dem Orte ihrer weiteren, sei esvorübergehenden oder endgültigen Verwendung, sei es der Verwendungim Produktionsprozesse oder in der Konsumtion, bewerkstelligen; hierhergehören die Karren, Wagen, Schiffe, Eisenbahnen, welche das Getreidevom Acker zur Mühle, das Mehl von der Mühle zum Bäcker, das Brotvom Bäcker zum Konsumenten, welche die Baumwolle von der Plantagezur Spinnerei, das Garn von der Spinnerei zur Weberei, das Gewebevon der Weberei zum Schneider, und schließlich das fertige Kleidungs-stück zu seinem endgültigen Träger führen.
Diese beiden Kreise von Mittelsgütern treten in Erscheinung, so-bald die Menschen von einer lediglich okkupatorischen zu einer pro-duktiven Tätigkeit übergehen, sobald sie aufhören, sich darauf zubeschränken, die Genußmittel, die ihnen die Natur freiwillig liefert,an Ort und Stelle zu verzehren, und sobald sie anfangen, aktiv in denNaturprozeß einzugreifen und sich planmäßig an der Hervorbringungvon Gütern zu beteiligen. Produktionsmittel und Transportmittelwürden in gleicher Weise auch in einer zukünftigen, nach sozialistischen oder kommunistischen Prinzipien geordneten Gesellschaft, die keinSendereigentum kennt, nicht entbehrt werden können. Diese beidenGruppen von Mittelsgütern haben mithin lediglich die Grundtatsachedes Wirtschaftens, nämlich die Beteiligung des Menschen an der Hervor-
t) Roscher unterscheidet Güter erster Ordnung oder Gebrauchs- und Verbrauchs-guter, und Güter zweiter Ordnung oder Produktivgüter, ähnlich v. Philippovichund andere; Dietzel unterscheidet, m. E. präziser, zwischen Objekten und Mittelnder Wirtschaft.
2) Im Gegensatz zu der vielfach gebrauchten Anwendung der Bezeichnung„Produktionsmittel" auf sämtliche Mittelsgüter.