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Das Geld / Von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
219
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1. Kapitel. Der wirtschaftliche Begriff des Geldes. § 2. 219

sowie des Standortes der Güter gerichteten Tätigkeit die Arbeitdurch den Gebrauch von Mittelsgütern zu erleichtern und wirksamerzu gestalten, genau ebenso drängte sich ihm die Benutzung von Mittels-gütern auf für die Zwecke der Güterübertragung von Person zu Person.Die Schwierigkeiten des unmittelbaren Verkehrs, wie sie am deut-lichsten beim unmittelbaren Austausche hervortreten mußten, ließensich nur überwinden durch die Einschiebung von Zwischengliedern,und zwar sowohl von Zwischengliedern sachlicher als auch persönlicherNatur. Das personale Zwischenglied des Verkehrs ist der Händler,das sachliche Zwischenglied ist das Geld.

Der Händler erwirbt Güter, um sie wieder zu veräußern. Der-jenige, der Güter einer bestimmten Art benötigt, braucht nicht ersteinen Produzenten usw. zu suchen, der diese Dinge gerade über-flüssig hat; er braucht sich nur an den Händler zu wenden, dessen Berufja gerade darin besteht, bestimmte Güter immer zur Veräußerungbereit zu haben. Umgekehrt findet derjenige, welcher Güter veräußernwill, in dem Händler einen Abnehmer, dessen Nachfrage nicht durchseinen eigenen persönlichen Bedarf begrenzt ist, da sein Beruf darinbesteht, zu kaufen, um wieder zu verkaufen. Der Händler ist mithinfür den Verkehr eine Zwischeninstanz, in der von den verschiedenstenPunkten aus das Angebot und die Nachfrage zusammenlaufen und diedadurch den einzelnen wirtschaftenden Individuen sowohl die Beschaffungals auch die Veräußerung von Gütern erleichtert.

Ganz analog ist die Mittelstellung des Geldes. Wie der Händlerdie Güter erwirbt, um sie wieder zu veräußern, so wird das Geld vonjedermann erworben, um wieder veräußert zu werden. Daraus ergibtsich, daß sich für den Händler alle Dinge, mit denen er Handel treibt,verhalten wie das Geld für jedermann, während sich umgekehrt fürjedermann das Geld so verhält, wie für den Händler seine Handels-waren. Jedermann ist bereit, im allgemeinen sogar gezwungen, gegenGeld zu verkaufen, da gegen Geld alle anderen Güter und alle Leistungenwenn nicht ausschließlich, so doch mindestens ungleich sicherer undeinfacher zu erlangen sind, als gegen andere "Werte. Man kommtrascher, im allgemeinen sogar nur dann zum Ziel, wenn man gegenGeld verkauft und gegen das erhaltene Geld die benötigten Güter er-wirbt. Auf das Geld richtet sich mithin das Gesamtangebot, und vomGelde geht die Gesamtnachfrage nach Gütern und Leistungen aus. Wieder Händler in personaler Beziehung, so steht das Geld in sachlicherBeziehung im Brennpunkte von Angebot und Nachfrage; wie derHändler die Mittelsperson des Verkehrs ist, so ist das Geld der Mittels-gegenstand, das Instrument des Verkehrs; nur daß es nicht wie derHändler ausschließlich zweiseitige Übertragungen vermittelt, beidenen ein Gut gegen ein anderes hingegeben wird, sondern auch die