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Das Geld / Von Karl Helfferich
Entstehung
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3. Kapitel. Die Einzelfunktionen des Geldes. § 5.

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liehe Bedeutung der hier in Rede stehenden Geldfunktion; sie verhältsich zu derjenigen der Tauschmittelfunktion ebenso, wie die Bedeutungdes Marktes für Leihkapital (desGeldmarktes" im weitesten Sinne)zu derjenigen des Warenmarktes.

Was die Frage der Beziehungen zwischen der Funktion des Ver-mittlers des Kapitalverkehrs zu den bisher besprochenen Funktionendes Geldes anlangt, so ist auch hier das Bestehen eines wechselseitigenVerhältnisses anzuerkennen. Während einerseits die Eignung desGeldes zur Vermittlung des Kapitalverkehrs dadurch bedingt ist, daßdie Verwendbarkeit des Geldes infolge seiner Tauschmittel- undZahlungsmittelqualität für den Darlehensempfänger eine unbegrenzteist, wird andrerseits das Bestreben, Geld als Gegenwert für andere Gütereinzutauschen und einseitige Leistungen in Geld zu bedingen, wesent-lich verstärkt durch die Tatsache, daß Vermögenswerte in der Form desGeldkapitals ungleich leichter und wirksamer nutzbringend angelegtwerden können, als in irgend einer anderen Form. Zu der Grund-funktion des Geldes als Instrument des interpersonalen Verkehrs stehtdie Vermittlung des Kapital Verkehrs in demselben "Verhältnisse einerTeilfunktion, wie die Tausch- und Zahlungsvermittelung..

§ 5. Die Funktion als allgemeines Wertmafs.

Die bisher besprochenen Funktionen des Geldes leiten sich ganzunmittelbar ab von der Stellung, die das Geld unter den Verkehrs-gütern einnimmt. Das Geld vermittelt den interpersonalen Verkehr,indem es im Austausche gegen die anderen Verkehrsobjekte gegebenund genommen, indem es als Gegenstand der Zahlungen hingegebenwird und indem es den Gegenstand von Kapitalübertragungen bildet.In allen diesen Fällen tritt das Geld selbst in den Verkehr ein, esbewirkt den Besitzwechsel, indem es selbst von Hand zu Hand geht,es vermittelt den Verkehr dadurch, daß es selbst Gegenstand desVerkehrs wird.

Ganz anders verhält es sich mit der dem Gelde zugeschriebenenFunktion als Wertmaß oder Preismaß. Die Messung der Werteoder Preise mag zwar für eine allgemeine und unerläßliche Voraus-setzung für einen jeglichen Verkehr, mindestens für einen im Aus-tausche bestehenden Verkehr gehalten werden. Aber soweit dasv>old diese Messung vollzieht, dient es dem Verkehr höchstens indirekt;es nimmt nicht unmittelbar an der Vermittlung des Verkehrs teil,es tritt nicht in den Verkehr selbst ein. Seine Funktion als Wert-maß läßt sich deshalb nicht unmittelbar aus seiner Grundfunktionals Vermittler des Verkehrs zwischen den wirtschaftenden Individuenableiten, sie bildet nicht, wie die bisher behandelten Funktionen, einenTeil dieseV Grundfunktion selbst; es muß vielmehr der innere Zu-

Hklppkbich, Das Geld. 17