3. Kapitel. Die Einzelfunktionen des Geldes. §.T.
279
beweglichen Habe gegen Geld umzusetzen, um überhaupt sein Ver-mögen mit sich nehmen zu können.
Schon der Umstand, daß ein Tausch oder eine Zahlung regelmäßigeinen Werttransport erforderlich machen, mitunter einen Werttransportauf große Entfernungen, mußte bewirken, daß nur leicht transportier-bare, also zum Werttransport geeignete Güter, wie insbesondere dieEdelmetalle, allgemeines Tausch- und Zahlungsmittel werden konnten.Außer der Leichtigkeit des Transportes selbst ist für einen Wert-träger durch den Raum die leichte Verwendbarkeit an dem Orte, nachdem die Übertragung stattfindet, von Wichtigkeit, und dieses Erfordernisist im denkbar höchsten Grade in dem allgemeinen Tausch- und Zahlungs-mittel erfüllt.
Wie die Funktion als Wertbewahrungsmittel, so ist mithin auchdie Funktion als Werttransportmittel teilweise durch dieselben Er-fordernisse bedingt, wie die kardinale Funktion des Geldes als Mitteldes interpersonalen Verkehrs, teilweise erscheint sie als eine Folgeder kardinalen Funktion des Geldes selbst.
§ 7. Zusammenfassung'.
Die Betrachtung der einzelnen Funktionen des Geldes ergibtalles in allem eine Bestätigung für die Richtigkeit und Vollständig-keit der aus der Betrachtung der Stellung des Geldes im Organismusder Volkswirtschaft gewonnenen Definition des Geldbegriffs. Die Funk-tionen als Tauschmittel, Zahlungsmittel und Kapitalübertragungsmittelverhalten sich zu der Funktion als Mittel des Verkehrs zwischenden wirtschaftenden Individuen wie Teile zum Ganzen, sie sind Teil-funktionen der Grundfunktion des Geldes. Die Auflösung der Grund-funktion des Geldes in diese Teilfunktionen entspricht genau der Analyseder durch das Geld zu vermittelnden Verkehrsvorgänge. Die Funktion alsWertmaß ergibt sich mit Notwendigkeit aus der Funktion als Instrumentdes interpersonalen Verkehrs, insbesondere aus der Funktion als Tausch-mittel; sie läßt sich als eine Konsekutivfunktion bezeichnen. DieFunktionen als Wertbewahrungs- und Werttransportmittel sind einer-seits bedingt durch ähnliche Erfordernisse, wie die Grundfunktiondes Geldes, andrerseits ist das Geld in seiner Eigenschaft als Tausch-Zahlungs- und Kapitalübertragungsmittel besonders geeignet für The-saurierungs- und Werttransportzwecke. Da jedoch der Zusammen-hang mit der Grundfanktion des Geldes kein derartig enger undzwingender ist, wie bei der Funktion als Wertmaß, da außerdem dasGeld sich in die genannten Funktionen mit anderen Verkehrsobjektenteilt, haben wir es hier mit Nebenfunktionen des Geldes zu tun.
Alle in der Regel aufgezählten Einzelfunktionen des Geldes führenmithin, sei es als Teilfunktionen, sei es als Konsekutiv- oder Neben-