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Das Geld / Von Karl Helfferich
Entstehung
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7. Kapitel. Die Erfordernisse des Geldes. § 4.

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letzten Zeit verzeichnet worden ist, stellt das Gold im gleichen Ge-wichte den 40fachen, im gleichen Volumen den 73 l / a fachen Wert desSilbers dar. Wo für die Versendung von Gold einige Kisten genügen,da bedarf es für die Versendung des gleichen Wertes in Silber einesstattlichen Eisenbahnzuges. l )

Wo der Gebrauch von Goldgeld an Stelle des Gebrauchs vonSilbergeld tritt, wird mithin der Verkehr von einer ganz gewaltigentoten Last befreit; diese Tatsache macht sich nicht etwa nur bei denin Metall zu bewirkenden internationalen Zahlungsausgleichungenfühlbar, sie äußert vielmehr bis weit hinab in die Schichten des täg-lichen Verkehrs ihre Wirkung darin, daß der Gebrauch des Silber-geldes im großen ganzen auf diejenigen Zahlungen beschränkt wird,für welche keine Goldmünzen zur Verfügung stehen. Das zeigt sichin der tatsächlichen Gestaltung der Umlaufsverhältnisse überall dortbesonders deutlich, wo es durch die Organisation des Geldwesens demVerkehr überlassen ist, sich nach seinen Bedürfnissen mit Gold- undSilbergeld zu versehen. In Deutschland kann der freie Verkehr ausden Beständen der Reichsbank jederzeit soviel Silbergeld beziehen,wie er braucht, und andrerseits kann er, da die Reichsbank Einzah-lungen in Silber zu jedem Betrage annimmt, das über seinen Bedarfinnausgehende Silber an die Reichsbank abstoßen. Für das Jahr 1909läßt sich der Betrag der im freien Umlaufe 2 ) befindlichen Reichssilber-Nickel- und Kupfermünzen auf etwa 800 Millionen Mark berechnengegen einen Betrag von rund 2800 Millionen Mark in Goldmünzennur etwa 22 Prozent der freien metallischen Zirkulation kamen mithinauf Silber-, Nickel und Kupfermünzen, dagegen rund 78 Prozent aufdie Goldmünzen

§ 4. Das Bedürfnis nach Geldstücken in Tersehiedener WerterÖTse.

Wenn nun auch in den Ländern der europäischen Kultur bei demgegebenen Stande der Produktion, des Verkehrs und des Konsumseinerseits, der Preise andrerseits das Gold den Erfordernissen desGeldes für den größereu Teil der Zirkulation besser entspricht als dasSilber, so kann doch kein Geldwesen ausschließlich mit Goldmünzenauskommen. Das Bedürfnis, die verschiedensten Werte bis auf ganzkleine Unterschiede exakt in Geld, und zwar in möglichst wenigenGeldstücken, darstellen zu können, erfordert eine größere Anzahl vonGeldsorten, in welchen sich der Wert in einer Reihe von Abstufungenverkörpert. So groß einerseits die Beträge sind, die im Großver-

1) Einem halben Kubikmeter Gold im Gewicht von 9,6 Tonnen würde beimheutigen Silberpreise (23V2 d) ein Silberquantum von 354 Tonnen, also etwa'/j Wagen-ladungen ä 10 Tonnen entsprechen.

2) D. h. außerhalb des Reichskrieassehatzes und der sämtlichen Notenbanken.Hblfpbrioh, Das Gold. 24