S. Kapitel. Die Geldsysteme. I. § 3,
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welchem der Wert des Geldes in einer festen Verbindung steht, dasWährungsmetall.
§ 3. Die Unterarten der gebundenen Währung.
Nach den Währungsmetallen und der Art und Weise, in welcherdie Verbindung zwischen Geldwert und Währungsmetall hergestelltist, werden innerhalb des Kreises der gebundenen Währung mehrereArten von Währungssystemen unterschieden. Zunächst haben wir dieeinfachen Systeme der Goldwährung und der Silber WährungDie Goldwährung ist dasjenige Währungssystem, bei welchem derWert des Geldes durch ein bestimmtes Goldquantum bedingt ist;die Silberwährung ist dasjenige Währungssystem, bei welchem der Wertdes Geldes durch ein bestimmtes Silberquantum bedingt ist. Nachden über deu Zusammenhang zwischen Geldwert und Währungsmetallgemachten Ausführungen kann bei der Goldwährung nur das Gold,bei der Silberwährung nur das Silber frei ausprägbar sein; das schließtjedoch nicht aus, daß für außerhalb des Geldsystems stehende Handels-münzen aus dem anderen Metalle, die einen veränderlichen Kurs in demeigentlichen Landesgelde haben, freie Prägung besteht. Beide Systemesind „monometallische." Währungssysteme, da ihnen nur je einWährungsmetall zugrunde gelegt ist.
Ihnen gegenüber stehen die „bimetallischen" Systeme, beiwelchen beide Edelmetalle, sei es gleichzeitig nebeneinander, sei esauf Grund bestimmter Voraussetzungen abwechselnd nacheinander alsWährungsmetalle fungieren.
Das eine dieser Systeme, die Parallelwährung, baut sich inder Weise auf Gold und Silber auf, daß jedes der beiden Metalle freiausprägbar ist und die Grundlage eines besonderen, von dem ander enunabhängigen Geldsystems darstellt: sie ist das Nebeneinander zweiervon einander unabhängigen Geldsysteme, von denen das eine auf demGolde, das andere auf dem Silber beruht. Es gibt innerhalb derParallelwährung kein einheitliches Geld, sondern zwei verschiedeneund gleichberechtigte Arten von Geld, von denen die eine in einerWertgleichung mit dem Golde, die andere in einer Wertgleichung mitdem Silber steht. Die Einheitlichkeit des gesamten Geldwesens isthier bewußt und gewollt preisgegeben; bei jedem Zahlungsver-sprechen ist zu bestimmen, ob die Zahlung in Goldgeld oder Silber-geld zu leisten ist.
Bei der Doppelwährung dagegen ist das Geld bewußt alseine Einheit aufgefaßt; als Währungsgrundlage dienen ihm beideEdelmetalle, die beide frei ausprägbar und durch eine bestimmteWertrelation als miteinander zu einer Einheit verbunden gedacht sind.Nach dieser Wertrelation zwischen den beiden Edelmetallen bestimmt