MB! m ^W^W9 gmv ^W^^S 'm-^^W'^im^ !R3wü^P«« i ' i^s^-'S^ 3 '"•
388 Zweites Buch. III. Abschnitt. Die Geldverfaasuug.
sich ausdrücken lassen. Diese Einheit, auf welcher sich das Geldsystemebenso aufbaut, wie unser Maß- und Gewichtssystem auf dem Meterund dem Gramm, heißt Rechnungseinheit oder Geldeinheitoder schließlich, da wir in Geld alle übrigen wirtschaftlichen Werteauszudrücken pflegen, Werteinheit.
Die Rechnungseinheit hat in den verschiedenen Geldsystemen ver-schiedene Namen und stellt verschiedene Wertgrößen dar. Sie istz. B. im deutschen Geldsysteme die ; ,Mai'k", im französischen, belgischenund schweizerischen der „Frank", im italienischen die „Lira", imholländischen der „Gulden", im russischen der „Rubel" , im öster-reichischen die „Krone", im englischen das „Pfund Sterling" , im ameri-kanischen der „Dollar" usw.
Wie aus der Längeneinheit, Maßeinheit und Gewichtseinheit Unter-und Überabteilungen gebildet werden (Zentimeter und Kilometer, Deka-liter und Hektoliter, Milligramm und Kilogramm usw.), so auch ausden Rechnungseinheiten der Geldsysteme. Der Zahlenaufbau der Ein-teilung, das Rechnungssystem, ist in den einzelnen Geldsystemenverschieden. Wie im Maß- und Gewichtssysteme hat jedoch auch hierin der neueren Zeit die dezimale Einteilung die größte Ausdehnungerfahren. Die Mark wird in hundert Pfennige geteilt, der Frank inhundert Centimes, der Gulden in hundert Cents, die Österreich- un-garische Krone in hundert Heller, der Rubel in hundert Kopeken, derDollar in hundert Cents. Dagegen zerfiel der preußische Taler in30 Silbergroschen, der Silbergroschen in 12 Pfennige, der süddeutscheGulden in 60 Kreuzer; das englische Pfund Sterling wird eingeteilt in20 Schillinge, der Schilling in 12 Pence. Die Vorzüge des Dezimal-systems bestehen in einer außerordentlichen Erleichterung des Rechnensund mithin, da das Rechnen eine der wichtigsten Operationen bei demGebrauche des Geldes ist, in einer außerordentlichen Erleichterung desGeldgebrauchs überhaupt. Die Anlehnung des früheren Rechnungssystemsan die Zahlen, welche namentlich bei der Einteilung der Zeit (12 Jahres-monate, 30 Tage im Monat, 24 Stunden im Tag) eine Rolle spielen,ist mitunter als ein Vorzug der alten Systeme angeführt worden; aberwenn auch diese Anlehnung in einzelnen Fällen eine Rechnung zu er-leichtern vermag, so können diese gelegentlichen Vorteile nicht entferntgegenüber der großen Erleichterung des Geldgebrauchs in Betrachtkommen, die durch die Übereinstimmung des Rechnungssystems desGeldes mit unserem gesamten auf dezimaler Grundlage ruhenden Zahlen-systeme geschaffen worden ist. Wo heute noch vom Dezimalsysteme ab-weichende Einteilungen der Geldeinheit bestehen, wie in England, werden sie lediglich durch die Macht der Gewohnheit und den kon-servativen Sinn der Verkehrswelt, nicht durch Zweckmäßigkeits-erwägungen gehalten.