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Das Geld / Von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
477
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10. Kapitel. Der Geldbedarf. § 1. 477

times, while goods are sold to the value of a million £, it is evidentthaf. the money required to circulate those goods is 100 000Sismondi formuliert die Theorie folgendermaßen:Die Summe derUmlaufsmittel im Staate muß gleich sein der Summe der Zahlungen,die während einer gewissen Zeit geleistet werden, dividiert mit derAnzahl der Male, wie oft inzwischen jene ihre Eigentümerwechseln".

Auch in dieser Form ist die Theorie des Geldbedarfs nicht unan-gefochten geblieben. Zunächst wurde darauf aufmerksam gemachtund das wurde auch von den klassischen Nationalökonomen der eng-lischen Schule als selbstverständlich angenommen, daß die Er-sparung des Gebrauchs von Bargeld durch Geldsurrogate und besondereauf Kredit beruhende Einrichtungen neben der Gesamtheit der Um-sätze und der Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes ein wesentlicherFaktor für die Größe des Geldbedarfes sei; je mfehr Umsätze unterErsparung von Bargeld stattfinden, desto geringer der Geldbedarf. Beider oben wiedergegebenen mathematischen Formel müßte mithinvon n (der Gesamtsumme der Umsätze) eine Zahl für die Summe derunter Ersparung des Geldgebrauchs vermittelten Umsätze in Abzuggebracht werden.

Andrerseits ist darauf hingewiesen worden, daß die Vermittelungder Umsätze von Waren keineswegs die einzige Funktion des Geldessei, daß vielmehr das Geld im Verkehr auch als Mittel von einseitigenWertübertragungen und als Vermittler des Kapitalverkehrs diene.Selbst wenn man zur Ermittelung des Geldbedarfs die in einem ge-wissen Zeiträume zu leistenden Zahlungen im weitesten Sinne zugrundelege, einerlei ob sie auf doppelseitigen Übertragungen beruhen, oderob sie als einseitige Übertragungen erfolgen, selbst dann bleibenoch ein weiterer Rest, da das Geld auch in seiner Funktion alsWertbewahrer (Thesaurierungsmittel) Gegenstand eines bestimmten,nach dem ganzen Charakter der einzelnen Volkswirtschaften undder Einzelwirtschaften verschiedenen Bedarfes sei. So schreibt Menger l ):

Auch diejenigen, welche den Geldbedarf einer Volkswirtschafteinerseits aus dem Werte der innerhalb einer bestimmten Periode um-zusetzenden Gütermengen oder dem Maximalbetrage der innerhalbeiner Periode (gleichzeitig!) zu leistenden Zahlungen und andrerseitsaus derUmlaufsgeschwindigkeit" des Geldes (aus der größeren odergeringeren Zahl der Fälle, in welchen mit den- nämlichen Geldstückenin der betreffenden Periode Zahlungen geleistet zu werden pflegen)zu berechnen suchen, verkennen die wahren Bestimmungsgründe des

1) Art.Geld" im Handwörterbuch der Staatswissenachaften. 3. Aufl. Bd. TV.S. 606 ff.