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Das Geld / Von Karl Helfferich
Entstehung
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496
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496 Zweites Buch. IV. Abschnitt. Geldbedarf, Geldversorgung und Geldwert.

40,98 Prozent. Wenn man den Barvorrat, den die Eeichsbank gemein-schaftlich für ihre sämtlichen täglich fälligen Verbindlichkeiten hält,pro rata auf die einzelnen Arten von täglich fälligen Verbindlichkeiten(Noten, Girogelder usw.) verteilt, so kann man sagen, daß im Giro-verkehr der Eeichsbank 49,5 Pfennige des Barvorrates im Jahre 1900einen Umsatz von 405 Mark bewältigt haben, während in den Jahren1894 und 1895 durch 63 Pfennige nur ein Jahresumsatz von 274 Markbewältigt worden ist; oder daß im Giroverkehr der Eeichsbank1 Pfennig Bargeld in den Jahren 1894 und 1895 einen Jahresumsatzvon 4,35 Mark im Jahre 1900 dagegen einen Jahresumsatz von 8,18Mark bewältigt hat. Seither hat die Intensität der Ausnutzung desin der Eeichsbank liegenden Metallbestandes eine weitere Steigerungerfahren; im Jahre 1907, das bisher den Eekord gehalten hat, hatjeder Pfennig Bargeld im Giroverkehr der Eeichsbank einen Umsatzvon 12,60 Mark bewirkt

Die charakteristischen Schwankungen in der Intensität der Aus-nutzung der dem Giroverkehr zugrunde liegenden Geldbestände zeigen,daß der Bedarf an barem Geld in Zeiten einer aufsteigenden wirt-schaftlichen Entwicklung nicht ganz entsprechend der Steigerung derdurch das Geld zu vermittelnden Übertragungen zu wachsen braucht.

Wenn der wirtschaftliche Aufschwung, wie es erfahrungsgemäßimmer wieder der Fall ist, schließlich zu einer allzustarken Ausdeh-nung der Unternehmungen, zu einer Überproduktion und Überspeku-lation führt, wenn infolgedessen der naturgemäße Bückschlag miteinem Sinken der Preise und der Kurse, mit einem Bückgange derUmsätze und der neuen Investierungen von Kapital eintritt, dannvollzieht sich die Bewegung des Geldbedarfes nach der umgekehrtenEichtung hin; der Geldbedarf nimmt ab, und die Ausnutzung der vor-handenen Geldbestände wird eine weniger intensive.

Neben diesen sich über längere Zeiträume erstreckenden Auf- undAbwärtsbewegungen des Wirtschaftslebens stehen diejenigen akutenErscheinungen, die man als Krisen zu bezeichnen pflegt, und die inder Eegel den Übergang von einer Aufwärtsbewegung zu einer De-pression einzuleiten pflegen; freilich können Krisen aus anderenGründen, die an sich nicht einmal wirtschaftlicher Natur zu seinbrauchen, entstehen, z. B. infolge politischer Ereignisse, wie beim Aus-bruch von Kriegen und inneren Unruhen. Die Signatur der Krisisgegenüber der chronischen Absatzstockung ist die akute Erschütterungdes Vertrauens. Von solchen plötzlichen Vertrauenserschütterungenwerden vor allem die Kreditverhältnisse betroffen; der Leihverkehrin Geld, der für die Intensität der Ausnutzung des vorhandenen Geld-bastandes von so großer Wichtigkeit ist, erfährt eine empfindlicheEinschränkung. Für die einzelnen Wirtschaften wird dadurch die