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Das Geld / Von Karl Helfferich
Entstehung
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Iii Kapitel. Die Geldversoigung. § 2.

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die gleichzeitige Wareneinfuhr übersteige, und eine Edelmetallausfulirmüsse Platz greifen, sobald die Wareneinfuhr die Warenausfuhr über-wiege. Im ersteren Falle nannte man deshalb die Handelsbilanzgünstig", im letzteren Falleungünstig", Bezeichnungen, die sich biszum heutigen Tage neben den farbloseren Bezeichnungenaktive"undpassive" Handelsbilanz erhalten haben.

Zweifellos ist die Handelsbilanz ein überaus wichtiger Faktor fürdie Gestaltung der Edelmetallbewegungen,- aber allein schon die tat-sächliche Wahrnehmung, daß gewisse Länder, so vor allem Deutsch-land, England und Frankreich , dauernd eine sogenannte ungünstigeHandelsbilanz haben und trotzdem nicht nur kein Edelmetall verlieren,sondern sogar imstande sind, ihre Metallgeldbestände durch Zuflußvon außerhalb erheblich zu vermehren, mußte zu einer Berichtigungund Ergänzung der Handelsbilanztheorie führen. Man wies daraufhin, daß die Bewegungen der Edelmetalle als Zahlungsmittel nichtausschließlich bestimmt werden könnten von den Zahlungen, die vonLand zu Land speziell für ein- und ausgeführte Waren zu leistensind, daß vielmehr bestimmend sein müsse die Gesamtheit der vonLand zu Land zu leistenden Zahlungen ohne Bücksicht auf ihren Ent-stehungsgrund; man hat damit der Handelsbilanz einen weiteren Be-griff, der alsZahlungsbilanz " bezeichnet wird, gegenübergestellt.

Die Handelsbilanz ist ein Teil der Zahlungsbilanz und nimmtinnerhalb der Zahlungsbilanz wohl eines jeden Landes ziffernmäßigden breitesten Baum ein. Dennoch wird, wie das Beispiel der obengenannten Länder zeigt, die Einwirkung der Handelsbilanz auf dasEndresultat der Zahlungsbilanz vielfach durch die übrigen inter-nationalen Zahlungen, die nicht aus dem Warenverkehr hervorgegangensind, geradezu umgekehrt. - Diese die Wirkung der Handelsbilanzmodifizierenden Faktoren sind in der Hauptsache folgende.

1. Der Besitz eines Volkes an ausländischen Wertpapieren (Obli-gationen, Aktien usw.) im Verhältnis zum Besitze des Auslandesan inländischen Werten dieser Art. Je größer das Übergewichtdes inländischen Besitzes an ausländischen Werten ist, desto stärkerist der Überschuß an Zinsen und Dividenden, der einem LandeJahr für Jahr aus dem Auslande zufließt.

2. Die von Angehörigen des einen Landes in einem andern Landebetriebenen Unternehmungen, deren Erträgnisse, ebenso wie die Zinsenund Dividenden ausländischer Wertpapiere, dem Heimatlande desKapitalisten und Unternehmers zugute kommen.

3. Der Betrieb von internationalen Vermittelungsgeschäften auf demGebiete des Handels und der Schiffahrt. Man braucht bei diesemPosten der Zahlungsbilanz nur an die enormen Gewinne zu denken,welche z. B. England aus der Vermittelung des internationalen Geld-