LI. Kapitel. Die Geldversorgung. § 3.
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reichende Kapitalansammlung verfügen). Auch Verschiebungen im Besitzan internationalen Wertpapieren und einseitige Leistungen, wie Kriegs-kostenentschädigungen oder wie der Peterspfennig, gehören hierher.
Dazu kommen schließlich noch diejenigen Übertragungen von Bar-geld, die durch den internationalen Reiseverkehr und durch Auswande-rung hervorgerufen werden. Die Ausgaben der sich vorübergehendin der Schweiz, in Italien usw. aufhaltenden Ausländer oder desFremdenpublikums, das Jahr für Jahr in Paris zusammenströmt,ferner die Gelder, welche die Auswanderer bei der Übersiedelung inihre neue Heimat mit sich führen oder welche die zeitweise im Auslandearbeitenden Landeskinder nach der Heimat zurückbringen, stellen ebensowie die Zinszahlungen und die im Wege des Leihverkehrs bewirktenKapitalübertragungen einen Zufluß baren Geldes dar, dem keine ent-sprechende Warenausfuhr gegenübersteht.
Alle diese die internationale Edelmetallbewegung beeinflussendenFaktoren lassen sich auf die Funktionen des Geldes als Tauschmittel(Handelsbilanz), als Zahlungsmittel (Zinszahlungen usw.), als Vermittlerdes Kapital Verkehrs (internationaler Leihverkehr) und als Werttrans-portmittel (Reisenden- und Auswandererverkehr) zurückführen.
§ 3. Die Einwirkung des nationalen Geldbedarfs auf die internationale
Edelmetnllbewegun?.
Nach der Feststellung der Ursachen, auf welchen die internatio-nalen Edelmetallbewegungen beruhen, entsteht auch hier — ebensowie vorher hinsichtlich der Edelmetallgewinnung — die Frage, wieweit der Geldbedarf bestimmend einwirkt. Die alte merkantilistischeAuffassung, nach welcher die internationalen Verschiebungen im Edel-metallbesitz ausschließlich durch die Handelsbilanz beherrscht er-scheinen, schließt jede Einwirkung des Geldbedarfs aus; während dieVersendung aller übrigen Waren von Land zu Land ganz selbstver-ständlich als bedingt gedacht wird durch den Bedarf an solchenWaren, sollen allein die Edelmetalle, weil sie der Grundstoff des zurBezahlung der übrigen Waren dienenden Geldes sind, von Land zuLand geführt werden nicht durch den auf sie selbst gerichteten Be-darf, sondern durch das gänzlich außerhalb ihrer selbst liegendeMoment der Ein- und Ausfuhr der anderen Güter, also im letztenGrunde durch den auf andere Güter gerichteten Bedarf; weil Deutsch-land einen durch die eigene Produktion nicht gedeckten Bedarf anGetreide hat, nicht etwa weil Amerika Bedarf an Gold hat, soll Goldaus Deutschland nach Amerika abfließen.
Das Verhältnis erfährt noch keine prinzipielle Änderung, wennman die Handelsbilanz als den bewegenden Faktor durch den weiterenBegriff der Zahlungsbilanz ersetzt. Auch alle die Forderungen und