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Das Geld / Von Karl Helfferich
Entstehung
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11. Kapitel. Die Geldversorgung. § 3.

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schreitenden Kapitalbedarfs abhängen, in welcher Form die kreditiertenWerte importiert werden.

Während der Bedarf an Kapital, der im Wege des langfristigenKredits gedeckt wird, nur in Ausnahmefällen sich auf Geld richtet, istdie Inanspruchnahme kurzfristigen Kredits der Weg, auf dem sowohldie Finanz wir tschaft des Staates und anderer Körperschaften, als auchdie privaten Unternehmungen und sonstigen Einzelwirtschaften sichdie vorübergehend benötigten Zahlungsmittel zu beschaffen suchen.In diesem Sinne unterscheidet man zwischen dem Kapitalmarkte alsdem Markte für langfristige Anlagen und dem Geldmarkte als dem Marktefür kurzfristigen Kredit. Die Zinssätze der einzelneu nationalen Geld-märkte sind in großem Umfange abhängig von der Stärke der Geld-nachfrage; da die Höhe der Zinssätze für kurzfristigen Kredit in deneinzelnen Ländern einen weitgehenden Einfluß auf die Edelmetallbe-wegungen ausübt, so liegt hier allerdings eine Einwirkung des Geld-bedarfs der einzelnen Länder auf die internationale Edelmetallbe-wegung vor. Der Leihverkehr in Geld kann mithin in der Tat dieaus dem Warenverkehr und aus anderen Ursachen hervorgehendeninternationalen Zahlungsverpflichtungen in ihrer Wirkung auf die Ver-sendung von Geld und Geldmetall paralysieren, ebenso wie das einzelnewirtschaftende Individuum sich das benötigte Bargeld außer auf demWege des Verkaufs von Gütern und der Einziehung von Forderungenauch auf dem Wege des Kreditnehmens beschaffen kann. Aber ebensowie beim Verkehr zwischen Individuen, so hat auch im Verkehrzwischen den einzelnen Ländern die Geldübertragung im Wege desKredits keinen unbegrenzten Spielraum. Auf die Dauer leiht man nur,wenn man das Ausgeliehene wieder zurückerhält; es entscheidet nichtallein die Größe des' Bedarfs, sondern auch die Vertrauenswürdigkeitund Leistungsfähigkeit des Schuldners. Ein dauernder Fehlbetrag inder nationalen Zahlungsbilanz kann deshalb nicht im Wege des inter-nationalen Leihverkehrs ausgeglichen werden, weil die Möglichkeit derZurückzählung der auf dem internationalen Geldmarkte aufgenommenenDarlehen und damit die Grundlage für die ausgleichende Wirkung desinternationalen Kreditverkehrs schließlich schwinden müßte. Immerhinsteht soviel fest, daß gegenüber einer Gestaltung der Zahlungsbilanz,deren Wirkung auf die internationale Edelmetallbewegung der Ent-wicklung des Geldbedarfs eines Landes nicht entsprechen würde,wenigstens vorübergehend im Wege des Kreditverkehrs eine Beein-flussung der internationalen Edelmetallbewegungen durch den Geld-bedarf der einzelnen Länder möglich ist.

Es bleibt die weitere Frage, ob in der Tat der Geldbedarf dereinzelnen Länder nur durch die Vermittelung des internationalenKreditverkehrs auf die Edelmetallbewegungen einzuwirken vermag,