11. Kapitel. Die Geldversorgung. §6.
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tungen über die Abnutzung der silbernen Fünffrankenstücke ergeben un-gefähr diese Zahl. Die Einschmelzung von Talern während der deut-schen Münzreform zeigte eine durchschnittliche jährliche Abnutzung von0,25 Tausendteilen bei den Stücken aus den Jahren 1817—1822, von0,21 Tausendteilen bei den Stücken von 1823—1856 und von 0.22Tausendteilen bei den Stücken von 1857—1871. Dagegen hat sich beiden Dritteltalerstücken eine jährliche Abnutzung von etwa 1,3 Tausend-teilen pro Jahr herausgestellt; bei den kleineren Silbermünzen ergabsich ein noch beträchtlich stärkerer Gewichtsverlust. Beim französi-schen Einfrankenstück soll eine durchschnittliche jährliche Abnutzungvon 1,6 Tausendteilen festgestellt sein.
Zuverlässige Anhaltspunkte für die Beurteilung der Abnutzung,welcher die Metalle Gold und Silber in der Form von Geräten undSchmucksachen unterliegen, sind nicht vorhanden.
Die Verluste an Edelmetall, die durch Verschleuderung, Schiffs-unfälle usw. entstehen, sind im Verhältnis zu dem gesamten Edel-metallvorrate und auch zum Betrage der jährlichen Neuproduktion vonGold und Silber offenbar ganz unerheblich. Das gleiche gilt von'denSchmelzverlusten. Infolge der verbesserten Technik sind diese frühernicht unbedeutenden Abgänge so erheblich eingeschränkt worden, daßbeispielsweise der Schmelz- und Prägeverlust der Münzstätte der Ver-einigten Staaten nur noch etwa 0,1 Promille beträgt.
Dagegen wird ein beträchtliches Quantum' beider Metalle zuZwecken verwendet, die eine Wiedergewinnung des Metalls der Regelnach unmöglich machen. Das ist der Fall bei der Herstellung vonBlattgold und Doublewaren, bei der galvanischen Vergoldung, derVerwendung in der Photographie usw. In Amerika werden unge-fähr 7V2 Prozent des gesamten industriellen Goldverbrauchs alleinzur Blattgoldfabrikation verbraucht, von dem industriellen Silberver-brauche kommen ungefähr 9 Prozent auf die Herstellung von Chemi-kalien für photographische Zwecke. Nach der deutschen Enquete von1896 und 1897 kommt von dem industriellen Goldverbrauche Deutsch-lands ein Quantum. von etwa 4800 kg im Werte von 13,5 MillionenMark auf sogenanntes Verlustgold; das sind etwa 30 Prozent des ge-samten industriellen Goldverbrauchs.
Nimmt man mit Lexis die Gesamtmenge des sogenannten Verlust-goldes mit mindestens 20 Prozent des jährlichen industriellen Ver-brauchs an, so ergibt das einen endgültigen Goldkonsum von nahezu
120 Millionen Mark pro Jahr, t) Das wäre —- bis —i— des gesam-
1) In der neuesten (8.) Auflage des Handwörterbuchs der Staatswissenschaftenist Lexis bei seiner früheren Schätzung des endgültigen Goldkonsums auf 50 Milli-