522 Zweites Buch. IV. Abschnitt. Geldbedarf, Geldversorgung und Geldwert.
ten aus Münzen, Schmucksachen usw. bestehenden Goldbestandes. Denendgültigen Verbrauch von Silber schätzt Lexis auf etwa desgesamten Silberbestandes.
§ 7. Die Versorgung des Geldumlaufs durch papierue Umlaufsmittel.
Die Versorgung des Geldbedarfs durch die Ausgabe papiernerUmlaufsmittel erfordert eine besondere Betrachtung. Die Ausgabevon Papiergeld jeder Art ist in viel höherem -Maße in das Beliebender Staatsgewalt gestellt, als die von der Edelmetallproduktion undden Edelmetallbewegungen abhängige Schaffung metallischer Umlaufs-mittel. Von vornherein scheint mithin auf diesem Felde die Möglich-keit einer planmäßigen Anpassung der Geldversorgung an den Geld-bedarf gegeben.
Wir haben jedoch in bezug auf die Geldversorgung folgendeArten der Ausgabe papierne"r Geldzeichen zu unterscheiden:
J. Papierscheine, die gegen Hinterlegung des vollen Wertes ingeprägtem oder ungeprägtem Geldmetall ausgegeben werden; man nenntsolche Scheine „Zertifikate". Sie fügen dem gesamten Geldumlaufeeines Landes nichts hinzu, sondern geben dem Verkehr lediglich einbequemeres an Stelle eines unbequemeren Umlaufsmittel. So habenz. B. die Vereinigten Staaten zur Ausgabe von Zertifikaten gegriffen,als sich die Unmöglichkeit herausstellte, die großen Mengen des unterden Silbergesetzen von 1878 und 1890 angekauften Silbers in gemünzterForm in Umlauf zu bringen;
2. Papierscheine, die bei einer metallischen Währung ohne spe-zielle Metalldeckung oder in einem ihre Metalldeckung überschreitendenBetrage ausgegeben werden;
3. Papierscheine, die ein selbständiges, von jeder metallischenGrundlage unabhängiges Geld darstellen.
In dem unter Ziffer 2 genannten Falle sollen die papiernen Um-laufsmittel lediglich eine Ergänzung der metallischen Zirkulation sein;sie beziehen sich dementsprechend vermöge der ihnen beigelegten Ein-lösbarkeit oder auf irgend eine andere Weise auf das Metallgeld zu-rück. Ihre Ausgabe läßt sich nach dem jeweiligen Stande des Geld-bedarfs regulieren, jedoch nicht unbegrenzt, sondern nur innerhalb derSchranken, die durch die Bücksicht auf die Einlösbarkeit der Scheineusw. gezogen sind: In der Regel geschieht die Ausgabe solcherPapierscheine durch Vermitteiung einer bankmäßigen Organisation im
ouen Mark geblieben, obwohl nach seinen eigenen Veranschlagungen der industrielleVerbrauch von Gold auf rund 590 Millionen Mark, gegenüber den 250 Millionen Markseiner früheren Schätzung, gestiegen ist.