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Das Geld / Von Karl Helfferich
Entstehung
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12. Kapitel. Der Geldwert. § 5.

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Schaffung eines bestimmten Quantums Silber zuzüglich der mit derAusprägung verbundenen Kosten. Nur dadurch daß der Staat sichweigert, jedes beliebige Quantum Silber in Geld zu verwandeln, kanner die Schwierigkeit der Versorgung des Bedarfs an Silbergeld überdie Schwierigkeit der Beschaffung des Metalls Silber hinaus so sehrsteigern, daß sie der Schwierigkeit der Beschaffung von Goldgeld ent-spricht. Ebenso ist bei der Emission von Papiergeld die strenge Be-schränkung der Ausgabe das einzige Mittel, um die Beschaffungs-schwierigkeit auf der Höhe derjenigen für Metallgeld zu halten. DieÜbereinstimmung, kann dadurch absolut gesichert werden, daß derStaat die Verpflichtung übernimmt, das von ihm in Umlauf gesetzteGeld, soweit es aus anderen Stoffen als aus dem frei ausprägbarenWährungsmetalle besteht, zu seinem Nennwerte. gegen Geld derletzteren Art umzuwechseln; solange man ohne weiteres gegen Geldaus Silber, aus unedlen Metallen und aus Papier den gleichen Nenn-wertbetrag in Goldgeld erhalten kann, ist die Schwierigkeit der Be-schaffung von Goldgeld gleich derjenigen der unterwertigen Geldsorten.Aber diese letzte Sicherung ist an und für sich nicht notwendig, so-lange die Emission eines seinem Stoffe nach unterwertigen Geldessich in solchen Grenzen hält, daß die Schwierigkeit seiner Beschaffungin Geldform als ein hinreichender Zuschlag zu der Schwierigkeit derBeschaffung seines Stoffes erscheint.

Die Unmöglichkeit, Geldsorten, die aus verschiedenen Stoffen be-stehen, auf andere Weise zu einem einheitlichen Systeme zu vereinigen,als dadurch, daß die freie Ausprägung lediglich für das eine Währungs-metall zugelassen und daß die Ausgabe der aus den übrigen Stoffenbestehenden Sorten durch den Staat reguliert wird, geht mithin auf dieGrundtatsache eines jeden Wertes zurück, nämlich darauf, daß die Höhedes Wertes durch den Grad der Nützlichkeit und durch den Grad derBeschaffungsschwierigkeit reguliert wird.

§ 5. Die Begleiterscheinungen und Folgen der Veränderungendes Geldwertes.

Die oben festgestellte Tatsache, daß jede beliebige Geldmengedurch Veränderungen des Geldwertes einem jeden Geldbedarfe restlosangepaßt werden kann, darf nicht zu der Folgerung verleiten, daßVeränderungen in der Geldmenge oder im Geldbedarfe, die in ihrerEndwirkung eine Verschiebung desinneren Tauschwertes" des Geldesbedeuten, die wirtschaftlichen Verhältnisse unberührt ließen. SolcheVerschiebungen vollziehen sich vielmehr nicht ohne Begleiterscheinungenvon erheblicher Bedeutung und nicht ohne nachhaltige Folgen für die ge-samte Volkswirtschaft.