und nicht zu unterschätzendes Kampfmittel im Streiteder aufeinander platzenden Meinungen. Man denke nuran die Ref ormationskämpfe!
Luther forderte iÖ2 6 seine Anhänger auf, den römi-schen Antichrist mit Bildern anzugreifen. Man müssedessen Dreck, „der so gern stincken wolle, weidlichrühren, bis sie Maul und Nasen voll kriegen". Und sofertigte denn Lukas Cranach als „Abbildung des Papst-thums" jene Holzschnitte, die Luther unter seinem Na-men und mit Versen versehen im Jahre i5/j5 heraus-gab. Auf einem dieser Holzschnitte hält der Papst eineBannbulle, aus welcher Flammen und Steine nach zweivor ihm stehenden Männern sprühen, die dem Papst ihrenentblößten dampfenden Hintern zeigen. Auf einem an-deren reitet der Papst in vollem Ornat auf einer Sauund spricht seinen Segen über einen Haufen Kot, nachdem die Sau den Rüssel streckt Auf einem dritten ent-leert sich ein Mann in die Höhlung einer päpstlichenKrone, ein anderer bereitet sich vor, dasselbe zu tun,während ein dritter neben dem Tisch sein Gewand wiederzuknöpft s . Auf einem anderen zeitgenössischen Holz-schnitt, „Die Erschaffung der Mönche" 9 , sitzt wiederumder Teufel auf einem Galgen und läßt seinen Kot inGestalt von Mönchen fallen. Fuchs bringt sehr reichhal-tiges Material, aus dem die Einschätzung der Möncheund Nonnen deutlich hervorgeht.
Mit zu den bissigsten und wirksamsten Streitschriften ge-gen das Mönchswesen gehört unstreitig „Jo. Physiophilispccimen monachologicae methodo Linneana Iribusaeneis illustratum cum thesibus. Aug. Vindeb. 1783",
8 Ed. Fuchs, Geschichte der erotischen Kunst, Berlin 1910,S. ig4—196.
9 Fuchs, S. 193.
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