Kunzel Kleienfurz, ein Friedel Zettelscheiß, die sichrühmen — der erste:
Schultheiß, ich heiß Kleienfurz,Mein Nas ist breit, plump, munk und kurz.Daran die Naslöcher aufzannen (klaffen),Breiten sich aus wie ein Futterwannen,Womit ich sehr viele Fürz auffang,Die mir zuhlasen früh und z'NachtVon Mägden, Knechten und Roßbuhen,Wenn ich bin in der Rockenstuben...
Der andere:
Schultheiß, ich heiß Friedel Zettelscheiß,Am Tanz ich zu bestehn nicht weiß,Weil ich noch war ein Kind beschissen,Da hat mir ein Sau mein Nas abbissen usw.
Als ein sittengeschichtliches Dokument ersten Rangesist der im Mittelalter sehr verbreitet gewesene „TillEulenspiegel " anzusehen. Die darin enthaltenen Spässedrehen sich fast durchweg um die Verwendung mensch-licher Exkremente. Da das Werk zu bekannt ist undjederzeit nachgelesen werden kann, gebe ich nur einigebesonders bezeichnende Titel an:
Wie Eulenspiegel ein Hof junge ward und ihn sein Jun-ker lehrt, wenn er fände das Kraut „Henep", so sollteer darein hofieren, also hofierte er in den „Senep" undmeinte, „Henep" und „Senep" wären dasselbe.Wie Eulenspiegel einMeßner ward im Dorf Buddenstekt,und wie ein Pfarrer in die Kirche hofierte, womitEulenspiegel eine Tonne Bier gewann.Wie Eulenspiegel die Juden zu Frankfurt am Main be-trog um tausend Gulden, indem er ihnen seinen Dreckals Prophetenbeere vertrieb.
Wie Eulenspiegel sich bei einem Kürschner verdingte
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