Druckschrift 
Das skatologische Element in Literatur, Kunst und Volksleben / von Paul Englisch
Entstehung
Seite
113
Einzelbild herunterladen
 

und ihm in die Stube Stank machte, auf daß ein Gestankden andern vertriebe.

Wie Eulenspiegel zu Hannover in die Badstube hofierteund meinte, es wäre ein Haus der Reinlichkeit... usw.Aus PaulisSchimpf und Ernst", einer der beliebtestenFazetiensammlungen des 16. Jahrhunderts, seien nachder Reclamschen Ausgabe zwei bezeichnende Fazetienmitgeteilt:

Wie man die jungen Kinder gewöhnt zur Beichte, sokam ein Töchter lein zu dem Priester und beichtete. DerBeichtvater fragt das Kind, ob es auch in das Bett brun-zele. Es sprach: ,Ja!' Der Beichtvater sprach: ,Lug, daßdu es nicht wieder tuest, ich esse die Kinder, die in dasBett briinzele!' Das Töchterlein sprach: ,Nein, du sollstmich nicht essen, weil ich in das Bett briinzele! Ichhabe ein Brüderlein daheim, das kackt ins Bett, das!' "Es war ein Arzt, der hatte zween Kranke oder Brest-haftige angenommen und wollte ihnen beiden helfen,wiewohl ihr Gebrest sehr ungleich war. Denn der ersteKranke war ein al l er, betagter Bürger , der hatte eine garschöne junge Tochter zur Ehe genommen, und kam zumArzte und bat ihn, er sollte ihm eine Arznei machen,damit er seiner jungen Frau auf die Nacht wohl gefiele.Der gute Arzt tat das Beste und verordnete dem altenMann ein Rezept, damit er seiner Braut wohl gefiele.Des andern Kranken Siechtage waren also, daß er nichtkonnte zu Stuhle gehen, langer Krankheit halber. Darumverordnete ihm der Arzt ein Bezept, das ihm Stuhlgangbrächte und den Magen weichte. Während diese beidenRezepte gemacht wurden, ging der Doktor zu Gast essenund hinterließ dem Apotheker, die zween Kranken wür-den die beiden Latwergen holen. Aber der Apothekerward irr und gab dem Kranken, der nicht konnte zu

8

»3