weitschweifig ist, lasse ich die Erzählung nur auszugs-weise folgen. Nach einer reichhaltigen Abendmahlzeit beieinem wohlhabenden Bauern, bei der es viel süße Milchgegeben hatte, bekommen zwei Knechte des Bauern, diein der Stube nebenan schlafen, Durst. Der eine Dreschererhebt sich leise, um in die Milchkammer zu gehen undeine Satte Milch für sich und seinen Genossen zu holen.In der dunklen Nacht verfehlt er aber den Weg, denn alser meinte, er ginge wieder zu seinem Gesellen, kam erin des Bauern Kammer. „Da lag die, Bäuerin mit blo-ßem Hintern unbedeckt. Der gute Drescher meinte,es wäre sein Gesell, der wäre wieder entschlafen,und hob der Bäuerin die Milch vor den Hintern. In-dem ließ die Bäuerin einen Wind von sich gehen, derDrescher sagte: ,Du Narr, was blasest du in diekalte Milch? Ich meine, du seiest voller Wein seit demAbend.' Indem entfuhr der Bäuerin noch ein Bläster-ling, da ward der Drescher erzürnt, erwischte die Milch,vermeinte, sie seinem Gesellen in das Angesicht zu schüt-ten, und schüttete sie der Bäuerin in den Hintern. Davonerwachte die Bäuerin und wußte nicht, wie ihr geschehenwar, sie gebärdete sich übel darob. Der Bauer wachteauch auf und fragte sie, was ihr geschehen wäre. ,0 weh!'sagte die Bäuerin, ,ich weiß nicht, ich liege ganz naß imBette.' Der Bauer sprach: .Sagte ich dir nicht amAbend, als du der Milch so viel zu essen tatest? Dir isteben recht geschehen!' usw."
Von den deutschen Schwankerzählern wagen wir einengroßen Schritt zu den italienischen Fazetisten. Sacchetti,Straparola und die andern Novellisten zeichnen sichdurch überquellende Lebensfreude aus. Die Derbheitenin ihren Schriften lassen sich nicht mit wenigen Wortenerschöpfen. Immer aber ist das skatologische Moment
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