bliau 16 , Nie. de Troyes 1 ?, Sacchetti 18 erzählen die Ge-schichte, Seb. Branl hat sie in die „Aesopi vita et fabulae"aufgenommen, und Hans Sachs geht darauf zurück 19 .Damit ist das Wandern der Novelle aber noch nicht er-schöpft. Wesselski gibt noch mehrere Nachweise, aufdie ich verweise.
„Groß geworden, verfügte sich Gonella zu Herzog Borso,Als er bei diesem von ungefähr krank wurde, kam ihnder Herzog zum Zeitvertreib alltäglich besuchen, und beieiner solchen Gelegenheit sagte er ihm einmal, wenner irgendeinen Wunsch habe, solle er ihn nur freiheraussagen. ,Herr,' antwortete Gonella, ,ich schämemich, zu sagen, was ich möchte, und doch glaube ichsicherlich, daß ich genesen würde, wenn ich es äße,'Der Herzog entgegnete ihm: ,Laß dir nicht bange sein,du sollst bekommen, was du willst, und wenn es Dreckwäre.' — ,Du hast es erraten', sagte Gonella; ,ichmöchte einen dicken Strunz und habe ihn auch schon vondem verlangt, der mir das Bett macht, aber er will mirkeinen geben, und so bitte ich dich, sieh zu, daß er mireinen bringt.'
Der Herzog rief diesen Diener und sagte zu ihm: ,Merk'dir's, wenn du nicht alles tust, was dir Gonella befiehlt,so lass' ich dich henken.'
Aus diesen Worten gewann der Schalk Mut und heischteden Strunz von dem Diener, und der Diener brachte ihnihm auf einem Teller. Nun sagte Gonella: , Jetzt habe ich
16 G. Raynaud et A. Montaiglon, Recueil general et complet desfabliaux.'Paris 1872, III, S. 46 ff.
17 Parangon des nouvelles honnestes et deleclables, 3U. Nov.
18 Übersetzt von Floerke, III, S. a 16 ff.
19 Sämtliche Fabeln und Schwanke, hrsg. v. E. Goetze und C. Dre-scher, Halle 1893 ff., IV, S. 463 ff.
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