wurst von Salzburg mit dem hölzernen Gat", das einegenaue Parodie des Götz ist 28a . Im Prolog heißt es:
Und der Doktor Goethe ist doch ein Genie —(Sagen's ja alle Kriticil)
Mischt in seinem Schauspiel, wie Hecksei und. Slroli,Zigeuner und Reitknechte, Pfaffen und Helden,Lassen sich auch — mit Ehren zu melden —Die Helden im Arsch lekken, wie solches gar schönIm Götz von Berlichingen zu sehn.
Und am Schluß:
Werden also, meine Herren und Frauen,
Ein Schauspiel ä la Goethe hier schauen:
Wird darin gescheißkerlt, geschwerenoth't und gekokt.
Es folgt nunmehr der erste Akt.
Auch die „Leiden des jungen Franke, eines Genies"( 1 777) von J° n - M or i tz Schwager gehören zu den gegenGoethe gerichteten Spottschriften. Der Held des Stückesschleicht sich zu seiner Geliebten, einer verheiratetenFrau, fällt aber deren eifersüchtigen Gatten in dieHände, der ihn zum Kapaunen macht. Aus Schmerz er-hängt er sich an einer alten Eiche, hält aber noch imTod eine Reliquie seiner Geliebten, nämlich deren Nacht-topf, in der Hand, was auf dem Titelbild getreulichabgebildet ist 29 .
Goethe war bekanntlich einem derben Wort nicht ab-geneigt, wenn dadurch der Sinn am deutlichsten undsinnkräftigsten wiedergegeben werden konnte 30 . Ihmwar deshalb in die Seele zuwider diese alberne Sucht,durch euphemistische Ausdrücke mit den allermensch-lichsten Bedürfnissen Verstecken zu spielen und sich der
28. Vgl. Goedeke IV, 1, 911, 11.
29 Ebeling, Geschichte der komischen Literatur. Liegnitz und Leip-zig i 7 83, I, S. 554.
30 Schopenhauers Gespräche und Selbstgespräche, hrsg. v. Ed.Grisebach, Berlin 1898, S. 28.
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