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Dritte Kriegsanleihe ; Dr. [Karl] Helfferich, Staatssekr. d. Reichsschatzamts, über Deutschlands Finanzen. <Reichstagsrede v. 28.8.1915>
Entstehung
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Solange die Feinde sich nicht bequemen, ans unsererUnbesiegbarkeit und aus unseren Siegen die Folgernugenzu ziehen, sind die Waffen unser einziges Mittel, ihn znüberzeugen;

(sehr richtig!)

so lange wollen und müssen wir weiterkämpfen und jedesOpfer bringen, das der Krieg uns auferlegt.

(Bravo !)

Meine Herren, was nun die Aufbringung der Mittel

anlangt, die Sie in dem Nachtragsetat bewilligen werden,so soll auch dieses Mal wieder der Weg der Anleihebeschritten werden. Ich hatte mir bereits im Märzerlaubt, hier an dieser Stelle auszuführen, welcheGründe die Verbündeten Regierungen veranlassen, vonder Einbringung von Kriegssteuern, solange es angängigist, abzusehen. Diese Gründe bestehen heute uoch fort.Wir wollen während des Krieges die gewaltigen Lasten,die unser Volk trägt, nicht dnrch Steuern erhöhen, solangehierfür keine zwingende Notwendigkeit vorliegt. Einestärkere Besteuerung des Verbrauchs würde bei den ohne-dies hohen Preisen Wohl ebensowenig hier und im Volkauf Gegenliebe stoßen wie eiue stärkere Belastung desVerkehrs. Die direkten Steuern werden, ganz abgesehenvon der grundsätzlichen Frage, heilte unter dem Zwangedes Krieges von den Kommunen nnd teilweise auchvon den Einzelstaaten ohnedies schon in erhöhtemMaße herangezogen. Zn alledem kommt, daß wir imWege der Besteuerung auch bei der stärksteu Anspannunggegennber den gewaltigen Klriegsausgabeu, die ich Ihucugeuauut habe, nur wenige Prozente des ^riegobedarssflüssig machen könnten.

Meine Herren, Sie werden in diesem Zusammenhangwohl einWort über die vielbesprochene Kriegsgewinnsteuererwarten. Es ist Ihnen bekannt, daß in dieser Fragebei der Zusammenkunft der Herreu Finanzminister -derEinzelstaaten, die am 10. Jnli hier in Berlin stattfand.