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Dritte Kriegsanleihe ; Dr. [Karl] Helfferich, Staatssekr. d. Reichsschatzamts, über Deutschlands Finanzen. <Reichstagsrede v. 28.8.1915>
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Aber was nach dieser Richtung hin geschehen kaiin, daswird getan werden,

(Bravo !)

Die Bewilligung der Kriegskredite hat als Gegenstückdie Realisierung dieser Kredite durch die Begebung derAnleihen. Sie wissen, nnd die Öffentlichkeit weiß, daßdie Ausgabe eiuer neuen, einer dritten Kriegsanleihebevorsteht. Unsere Vorbereitungen sind zum großen Teilbereits getroffen, sie stehen unmittelbar vor dem Abschluß.Ende dieses Monats, also iu wenigen Tagen, werden dieZeichnungseinladnngen ans die dritte Kriegsauleihe aus-gegeben werden. Wir müssen durch die neue Anleihe diegroßen Summen hereinbringen, die wir bereits jetzt überdie 13l/z Milliarden der ersten beiden Kriegsanleihen hinausverausgabt haben. Zum Teil siud ja diese Summen durchden Kricgsschatz nud durch die bei Kriegsausbruch vor-handenen bereiten Bestände der Reichshauptkasse gedecktworden. Diese Deckung hat weiterhin eine Erhöhungerfahren durch deu Überschuß der Rechnung des ordent-lichen Etats für das abgelaufene Finanzjahr. Ich habediesen Überschuß hier auf Grund vorlänfigcr Berechnungenund Schätzungen im März dieses Jahres auf 38 MillionenMark veranschlagt. Der endgültige Rechnungsabschluß hatergebe», daß der Mn'schusz des ordentlichen Etats für1914/15 sich ans 219 Millioneil beläuft.

(Hört! hört!)

Zusammen mit den anderen Posten, die ich erwähnte,kiriegsschatz und bereite Bestände, ist das immerhin eineganz erkleckliche Summe, die aus dem ordentlichen Etatzn dem Fonds für die Kriegskosten hinübcrfließt. Aberdie Summen, die wir vorläufig aus anderem Wege überden Ertrag der Anleihe hinaus aufbringe» mußten, sinddoch uoch außerordentlich viel großer. Dieser andere Wegist die Diskontierung von Neichsschatzanweisungen bei derNeichsbank und bei den große» deutscheu Baute». Dieauf diesem Wege ausgegebene» Schatzailweisunge» müssen