Druckschrift 
Dritte Kriegsanleihe ; Dr. [Karl] Helfferich, Staatssekr. d. Reichsschatzamts, über Deutschlands Finanzen. <Reichstagsrede v. 28.8.1915>
Entstehung
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der Besteuerung neue Mittel dadurch zu beschaffen, daßsie auch die bisher freie» Arbeitslöhne zur Einkommen-steuer heranzieht, so ist sie damit heute schon auf sogroßen Widerspruch gestoßen, daß das Schicksal dieserneuen Idee hente kaum mehr zweifelhaft sein kann.

Meine Herren, wie die Dinge liegen, bleibt also vor-läufig mir der Weg, die endgültige Regelung der Kriegs-kosten durch das Mittel des Kredits auf die Zukunft zuschieben, auf den Friedensschluß uud auf die Fricdenszeit.Und dabei möchte ich auch hente wieder betonen: wennGott uns den Sieg verleiht und damit die Möglichkeit,den Frieden nach unseren Bedürfnissen und nach unserenLebensnotwendigkeiten zu gestalten, dann wollen und dürfenwir neben allen anderen anch die Kostenfrage nicht vergessen;

(lebhafte Zustimmung)das sind wir der Zukunft unseres Volkes schuldig.(Sehr wahr!)

Die ganze künftige Lebenshaltung unseres Volkes muß,soweit es irgend möglich ist, von der uugeheureu Bürdebefreit oder wenigstens entlastet werden, die der Krieg an-wachsen läßt.

(Sehr wahrl)

Das Bleigewicht der Milliarden haben die Anstifter diesesKrieges verdient;

(sehr richtig!)

sie mögen es durch die Jahrzehnte schleppen, nicht wir.(Sehr gnt!)

Meine Herren, ich verkenne dabei nicht, daß dienngehenre finanzielle Schwächung, die der Krieg in seinembisherigen Verlaufe bereits über unsere Gegner gebrachthat, die Aufgabe, die ich eben bezeichnete, zu einer ganzbesonders schwierigen gestalten wird.

(Sehr richtig!)